Alle Beiträge
Veröffentlicht: 30. August 20265 Minuten Lesezeit

Warum WickedDesk einen Einfach Modus bekommen hat

Vor elf Jahren musste ich mir den Einstieg in Aktien selbst zusammensuchen. Der Einfach Modus soll diesen Anfang heute leichter machen.

WickedDesk Dashboard im Einfach Modus mit Marktampel, Gruppen und Watchliste

Vor elf Jahren saß ich selbst vor meinen ersten Aktiencharts und verstand nur einen Teil von dem, was ich sah. Überall standen Abkürzungen. Jeder erklärte eine andere Kennzahl. Eine gute Nachricht konnte den Kurs steigen lassen, fallen lassen oder scheinbar gar nichts auslösen. Ich musste mir über Monate zusammensuchen, was wichtig war und was ich erst einmal ignorieren konnte.

Wer heute anfängt, landet schnell an derselben Stelle. Die Programme sind besser geworden, die Menge an Informationen aber auch. In wenigen Minuten liegen hunderte Aktien, Dutzende Scanner und jede erdenkliche Kennzahl auf dem Bildschirm. Das hilft wenig, solange die Reihenfolge fehlt.

Darum habe ich den Einfach Modus gebaut. Er entfernt keine Daten und sperrt keine Funktionen. Er zeigt am Anfang nur nicht alles gleichzeitig. Du siehst zuerst den Markt, eine kleinere Auswahl im Scanner, den Chart, deine Watchliste und später die Auswertung.

Zwei Programme, zwei Einstiege

Trade Republic kennen inzwischen viele. Interactive Brokers deutlich weniger. Bei Trade Republic öffnest du die App und findest dich schnell zurecht. Interactive Brokers kann wesentlich mehr, verlangt aber auch, dass du bereits weißt, wonach du suchst. Ich nutze selbst Interactive Brokers und habe für den Einstieg trotzdem bei Trade Republic gespickelt. WickedDesk soll kein Broker werden. Ich wollte verstehen, warum sich eine Oberfläche sofort erschließt und eine andere erst nach längerer Einarbeitung.

Der Einfach Modus ist daraus entstanden. Wenn du später mehr Filter, Zeitfenster und Auswertungen brauchst, schaltest du in den Einstellungen auf Pro um. Watchlisten, Daten und Einstellungen bleiben dieselben. Du wechselst nicht das Programm. Du öffnest nur die zusätzlichen Werkzeuge.

Eine feste Reihenfolge für jeden Handelstag

Weniger Funktionen allein machen den Einstieg nicht leichter. Du brauchst auch eine Reihenfolge. Deshalb beginnt WickedDesk nicht mit irgendeiner Aktie, die gerade stark steigt. Zuerst prüfst du den Markt. Danach folgen Gruppen, Scanner und Chart. Erst dann landet ein Wert auf der Watchliste. Nach dem Trade folgt die Auswertung.

Diese Reihenfolge ist der Rote Faden. Du kannst sie jeden Tag abarbeiten, ohne deine Vorbereitung neu zu erfinden. Gerade am Anfang nimmt das viel Unsicherheit heraus. Später verhindert dieselbe Routine, dass du jedem Ticker hinterherläufst, der plötzlich auf dem Bildschirm auftaucht.

Der Scanner zeigt eine kleinere Auswahl für die nächste Prüfung.

Ein Scanner Treffer ist noch kein Setup

Ein Scanner kann in Sekunden viele Aktien liefern. Das macht noch keine davon zu einem Setup. Der Treffer sagt nur, dass ein Wert bestimmte Filter erfüllt und eine genauere Prüfung verdient.

Mein erster Filter ist der SMA 200, also der gleitende Durchschnitt der letzten rund 200 Handelstage. Für Long Setups schaue ich mir Aktien unter dieser Linie normalerweise nicht weiter an. Der Kurs kämpft dort gegen seinen übergeordneten Trend. In WickedDesk ist der SMA 200 in der Standardeinstellung die rote Linie im Chart.

Liegt der Kurs darüber, prüfe ich relative Stärke, Volumen, Nähe zum Hoch, ADR oder ATR, einen möglichen Katalysator und die Gruppe. Erst wenn mehrere Punkte zusammenkommen, öffne ich den Chart mit einer konkreten Frage.

Die Chartprüfung zeigt Kurs, Volumen und gleitende Durchschnitte.

Der Chart entscheidet

Im Chart prüfst du, ob die Geschichte aus dem Scanner auch im Kurs zu sehen ist. Danach schaust du auf Volumen, Abstand zum Hoch, gleitende Durchschnitte und eine mögliche Basis. Ohne einen klaren Einstiegspunkt kommt die Aktie nicht auf die Watchliste.

Das klingt streng, spart aber Zeit. Du musst nicht aus jedem guten Unternehmen einen Trade machen. Manchmal stimmen die Zahlen und der Chart noch nicht. Dann wartest du.

Aus Fehlern muss eine Regel werden

Nach dem Trade beginnt der Teil, den viele auslassen. Du wertest aus, was funktioniert hat und wo du denselben Fehler wiederholst. Vielleicht kaufst du zu früh. Vielleicht setzt du Stops zu weit. Vielleicht handelst du auch dann weiter, wenn die Marktampel längst zur Vorsicht mahnt.

Manche Trader notieren zusätzlich Schlaf, Stress oder Konzentration. Das kann aufschlussreich sein, gehört aber in ein eigenes Kapitel. Für den Anfang reicht es, den Grund für den Trade festzuhalten, das Ergebnis anzusehen und aus einem wiederkehrenden Fehler eine konkrete Regel zu machen.

Die Auswertung macht Ergebnis, Drawdown und wiederkehrende Fehler sichtbar.

Der Einfach Modus soll dich nicht dauerhaft einschränken. Er soll dir den Anfang ersparen, den ich vor elf Jahren selbst hatte: zu viele Informationen, zu wenig Reihenfolge und niemand, der sagt, womit du beginnen solltest.

Aktiv zu traden ist trotzdem nicht für jeden der richtige Weg. Wer nicht regelmäßig Aktien prüfen und Entscheidungen treffen will, sollte Geldanlage deshalb nicht ganz liegen lassen. Für viele ist ein regelmäßiger, breit gestreuter Einstieg über ETFs sinnvoller als der Versuch, einzelne Aktien zu handeln. Wichtig ist, einen Weg zu wählen, den du verstehst und über Jahre durchhalten kannst.

WickedDeskEinfach ModusTradingProdukt
Alle Beiträge