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WickedDesk Weekly02.08.2026
WickedDesk Weekly

WickedDesk Weekly #007: Capex mit Applaus

Die Woche, in der der Markt den Capex sortiert. Microsoft legt 41 Mrd USD Quartalsinvestitionen vor und gewinnt 15%, weil Azure auf 43% Wachstum beschleunigt. Amazon hebt die Capex-Leitplanke auf 220 Mrd USD und springt 12%, weil AWS mit 37% das schnellste Wachstum seit 18 Quartalen zeigt. Meta erhöht ebenfalls und verliert 7%, weil vom freien Cashflow nur 784 Mio USD übrig sind. Dazwischen liegt ein Fed-Mittwoch mit dem ersten Dreifach-Dissens Richtung Erhöhung seit 2016 und einem Dow-Verlust von 1.153 Punkten. Am Ende steht Wochenplus in allen drei Indizes, die Marktampel hält 54, und die Breite bleibt die offene Rechnung.

Cover 007: Capex mit Applaus
01

Ausgabenprofil

Arbeitsbias
Selektiv. Nur A-Setups aus führenden Gruppen, Risikoeinheit 0,25R, Earnings-Termine als Sperrzone (AMD bis Dienstagabend), der Donnerstag zählt erst nach Bestätigung durch die Breite. Cash ist eine Position.
Datenstand
02.08.2026
02

Lagebild: Capex mit Applaus

Vor einer Woche stand an dieser Stelle, dass Alphabet und Tesla für Rekordzahlen verkauft wurden, weil die Investitionsseite die Fantasie erdrückte. Diese Woche hat der Markt dieselbe Frage andersherum beantwortet. Microsoft meldete 90,0 Mrd USD Umsatz, ein Azure-Wachstum, das auf 43% beschleunigt, und Quartalsinvestitionen von 41 Mrd USD, plus 69% zum Vorjahr. Die Aktie gewann am Donnerstag rund 15% und legte den größten Ein-Tages-Wertzuwachs hin, den eine Aktie je geschafft hat. Amazon hob die Investitionsleitplanke für 2026 auf rund 220 Mrd USD an und wurde mit 12% Plus bezahlt, weil AWS mit 37% so schnell wächst wie seit 18 Quartalen nicht. Capex ist also nicht das Problem. Capex ohne Beweis der Auslastung ist das Problem. Meta hat diesen Beweis nicht erbracht, 31,1 Mrd USD Quartalsinvestitionen ließen vom freien Cashflow 784 Mio USD übrig, und die Aktie verlor rund 7%. Apple lieferte ein Rekord-Juniquartal und verlor am Freitag 8%, weil Ausblick und Services-Wachstum die Rekordbewertung nicht mehr tragen.

In der Mitte der Woche lag ein Fed-Mittwoch, der die Sortierung fast verdeckt hätte. Der Offenmarktausschuss hielt den Leitzins bei 3,50 bis 3,75%, aber drei Mitglieder stimmten für eine Erhöhung, der erste gleichgerichtete Dreifach-Dissens seit September 2016. Der Dow verlor 1.153 Punkte, sein schlechtester Tag seit April 2025, der Nasdaq rutschte zeitweise mehr als 10% unter sein Allzeithoch. Dass die Woche trotzdem mit Plus endete, S&P 500 +1,1%, Nasdaq +1,6%, Dow +1,0%, lag an genau zwei Berichten: Microsoft am Donnerstag, Amazon am Freitag.

Die Marktampel schließt die Woche unverändert bei 54 und bleibt Gelb. Darunter hat sich die Spannung eher erhöht: Die Breite fiel von 38 auf 34, nur noch 45,7% der Aktien halten die 50-Tage-Linie, und der Freitag brachte trotz Indexplus 186 neue 52-Wochen-Tiefs gegen 313 Hochs. Der Donnerstag war mit 1.087 Gewinnern über 4% der stärkste Akkumulationstag seit Wochen, der Mittwoch davor mit 1.011 Verlierern einer der schwersten Distributionstage. Ein Markt, der an einem Tag kapituliert und am nächsten kauft, ist kein Trend, sondern eine Auseinandersetzung. Die Risikoeinheit bleibt bei 0,25R, und Cash zählt als Position.

03

Aus dem Desk: Der Kalender hat entschieden, nicht ich

Vor einer Woche standen AMD und DELL oben auf meiner Beobachtungsliste, und ich habe geschrieben, dass mich nicht die Aktien vom Kauf abhalten, sondern der Kalender: erst der Fed-Termin, dann die vier Berichte. Der Kalender hat geliefert. AMD fiel in der Berichtswoche unter die 20-Tage-Linie und steht jetzt 16% unter dem Hoch, knapp 8% unter der 20-Tage-Linie, bei weiterhin RS 97. Die Alarme an der Struktur haben nicht ausgelöst, eine Position wurde nie eröffnet, und genau das war der Zweck der Übung. Am Dienstag berichtet AMD selbst, vorher ist der Name für mich ein Chart und kein Trade.

DELL hat sich anders verhalten. Der Wert hält RS 99, ist von 5,4% über der 20-Tage-Linie auf 2,3% darunter zurückgekommen und steht knapp 13% unter dem Hoch. Das ist keine gebrochene Struktur, das ist die Konsolidierung, auf die ich in Ausgabe 006 gewartet habe. Sie ist noch nicht fertig. Eine Basis braucht Zeit und eine Enge, die sich im Chart ablesen lässt, nicht im Wunsch.

Neu auf dem Zettel ist die Ecke, die diese Woche gegen den Fed-Mittwoch gekauft wurde: Biotechnologie stellt fünf der ersten zehn Plätze der Leader-Liste, dazu die Diagnostik mit CDNA gleich daneben, angeführt von CRNX mit 149% Monats-Momentum direkt am Hoch. Solche Vertikalen kaufe ich nicht, aber CORT mit RS 99, 39% Monats-Momentum und weniger als 4% Abstand zum Hoch ist ein Kandidat für die erste enge Basis. Daneben bestätigen die Refiner ihre Geschichte aus 006: PBF steht mit 83% Monats-Momentum praktisch am Hoch, getragen von Brent über 87 USD und einem Ölmonat mit mehr als 20% Anstieg.

Die Lektion der Woche ist unbequem und deshalb wichtig: Wer am Mittwochabend nach dem Fed-Schock verkauft hat, hat am Donnerstag den stärksten Kauftag seit Wochen verpasst. Wer vorher schon voll investiert war, musste den Mittwoch aushalten. Beides spricht für dieselbe Antwort, mit der diese Phase zu handeln ist: kleine Risikoeinheit, Alarme an Strukturen statt Positionen aus Ungeduld, und Earnings-Termine als harte Sperrzone.

RSSymbolVom_HochBeobachtungMomentum_3MDollarvolumenZur_20T_Linie
97AMD-16,3%Unter der 20-Tage-Linie, Earnings Di 05.08., Sperrzone+41%14,5 Mrd-7,9%
99DELL-12,9%Konsolidiert Richtung Basis, noch nicht eng genug+89%3,8 Mrd-2,3%
99CORT-3,8%Neuer Kandidat, weit über der 20-Tage-Linie, wartet auf erste enge Basis+155%0,13 Mrd+27,5%
04

Marktampel: 54 hält, die Schere darunter öffnet sich

Die Marktampel schließt die Woche bei 54 von 100 und damit exakt auf dem Stand des Vorwochenschlusses. Gelb bleibt Gelb, die Risikoeinheit bleibt 0,25R, nur A-Setups mit Traktion. Unter der unveränderten Zahl hat sich die Zusammensetzung verschoben, und zwar in beide Richtungen zugleich. Die Volatilitätssäule ist mit 85 ins Grün gedreht, der Optionsmarkt preist den Fed-Schock nicht als Beginn von etwas Größerem. Die Marktführung hält mit 69 ihr Niveau und bleibt der tragende Pfeiler: Biotechnologie, Refiner und die Rechenzentrums-Lieferkette stellen die Führung, und der Donnerstag hat gezeigt, dass dieses Geld echt ist.

Dagegen stehen zwei rote Säulen, die roter geworden sind. Der Indextrend notiert bei 42, keiner der drei Kernindizes hält den bullischen Kurztrend, trotz Wochenplus. Die Breite fiel von 38 auf 34: Nur 40,8% der Aktien sind im Anstieg, nur 45,7% halten die 50-Tage-Linie, und die 186 neuen Tiefs vom Freitag sind für eine Plus-Woche eine ungewöhnlich hohe Zahl. Die Zins-Säule steht nach dem falkenhaften Halten bei 60, die Inflationssäule bei 74, weil die Kern-PCE mit 3,3% zwar fällt, aber weit über dem Ziel liegt.

Nach unten wird das Gelb ungültig, wenn die Marktführung unter 60 fällt oder die führenden Gruppen ihre Plätze räumen. Nach oben braucht es einen Reclaim der 50-Tage-Linie in QQQ und S&P 500 und eine Breite, die einen Akkumulationstag wie den Donnerstag bestätigt, statt ihn am Folgetag wieder zu verkaufen.

Marktampel: 54 hält, die Schere darunter öffnet sich
Marktampel: 54 hält, die Schere darunter öffnet sich, Datenstand: 02.08.2026
05

Indexbild: Eine Woche wie ein V mit Kerbe

Montag und Dienstag liefen ruhig und zweigeteilt: Der Dow gewann an beiden Tagen zusammen 800 Punkte, getragen von Earnings außerhalb der Technologie, während der Nasdaq mit -0,18% und -0,22% leicht abgab und Halbleiter Kapital abgaben. Öl fiel auf Waffenruhe-Hoffnungen im Iran-Konflikt, was den Zinsdruck kurz milderte.

Der Mittwoch war der Bruch. Nach dem Zinsentscheid mit drei Dissens-Stimmen Richtung Erhöhung drehten S&P 500 und Nasdaq während der Pressekonferenz kurz ins Plus und rutschten dann bis zum Schluss durch: S&P 500 -1,52% auf 7.316,15, Nasdaq -1,74% auf 24.442,94 und damit zeitweise mehr als 10% unter dem Allzeithoch, Dow -1.153 Punkte auf 51.594,14, der schlechteste Tag seit April 2025. Der Anleihemarkt las den Entscheid als Eingeständnis, dass die Fed der Inflation hinterherläuft.

Der Donnerstag beantwortete den Mittwoch mit dem Microsoft-Bericht: Nasdaq +2,8% auf 25.122,18, S&P 500 +1,7% auf 7.437,64, Dow +614 Punkte. Es war der stärkste Akkumulationstag seit Wochen, 1.087 Aktien gewannen mehr als 4%. Der Freitag setzte mit Amazon nach, +12% im Einzelwert, +1,0% im Nasdaq auf 25.373,85, S&P 500 +0,7% auf 7.489,72, während Apple 8% verlor. Die Wochenbilanz: S&P 500 +1,1%, Nasdaq +1,6%, Dow +1,0%. Der Juli endete gemischt, der Nasdaq verlor im Monat 3,2%, der Dow schaffte laut CNBC den vierten Gewinnmonat in Folge.

06

Wochenkalender: Was anstand und was daraus wurde

Die Ereignisdichte dieser Woche war die höchste des Sommers: Fed-Entscheid, vier Mega-Cap-Berichte, BIP, PCE und Verbrauchervertrauen in fünf Handelstagen. Die Tabelle führt die Termine mit Erwartung, Ergebnis und Marktreaktion.

WochentreiberMakro2Earnings3

Was den Wochenplan verändert

FOMC-Zinsentscheid

Erwartung
Halten bei 3,50-3,75%
Ergebnis
Gehalten, 9:3, drei Stimmen für Erhöhung
Marktreaktion
Dow -1.153 Punkte, Renditen hoch

Verbrauchervertrauen (Conference Board)

Erwartung
92,4
Ergebnis
90,8, dritter Rückgang in Folge
Marktreaktion
Kaum, Earnings dominierten

BIP Q2 (erste Schätzung)

Erwartung
+1,8% annualisiert
Ergebnis
+1,5% nach +2,1% in Q1
Marktreaktion
Von Microsoft-Rally überlagert

PCE-Inflation Juni

Erwartung
Kern +0,2% zum Vormonat
Ergebnis
Kern +0,1%, Jahresrate 3,3% nach 3,4%
Marktreaktion
Stützte den Rebound

Microsoft, Meta

Erwartung
Azure 41,4%, Meta-EPS 7,22
Ergebnis
Azure 43%, Meta-EPS 6,18
Marktreaktion
MSFT +15%, META -7% am Do

Apple, Amazon

Erwartung
AAPL-EPS 1,89, AMZN-Umsatz 196,9 Mrd
Ergebnis
AAPL-EPS 2,02, AMZN 200,6 Mrd
Marktreaktion
AAPL -8%, AMZN +12% am Fr
07

Earnings der Woche: Zwei Gewinner, zwei Verlierer, ein Muster

Vier Mega-Caps, vier Rekordquartale, zwei völlig verschiedene Antworten des Marktes. Die Trennlinie war nicht die Höhe der Investitionen, sondern der Nachweis, dass sie sich bereits in beschleunigtem Wachstum auszahlen. Azure und AWS haben diesen Nachweis geliefert, Meta und Apple nicht.

Erwartung gegen Ist: Vier Rekorde, zwei Urteile
Erwartung gegen Ist: Vier Rekorde, zwei Urteile, Datenstand: 02.08.2026
WochentreiberEarnings6

Was den Wochenplan verändert

Microsoft Q4: Umsatz 90,0 Mrd USD (+18%), EPS 4,74

Ergebnis
Azure +43%, beschleunigt, Jahresumsatz Azure erstmals über 100 Mrd USD
Marktreaktion
+15% am Do, Rekord-Wertzuwachs
Einordnung
Capex mit Auslastungsbeweis wird bezahlt

Meta Q2: Umsatz 60,8 Mrd USD (+28%), EPS 6,18 unter Konsens 7,22

Ergebnis
Capex 31,1 Mrd im Quartal, Jahresspanne auf 130-145 Mrd angehoben, freier Cashflow 784 Mio
Marktreaktion
-7% am Do
Einordnung
Capex ohne Cashflow-Beleg wird bestraft

Apple Q3: Umsatz 109,4 Mrd USD (+16%), EPS 2,02

Ergebnis
iPhone +22% auf 54,25 Mrd, Services 30,74 Mrd unter Konsens
Marktreaktion
-8% am Fr auf 307,89 USD
Einordnung
Rekordquartal reicht nicht, wenn der Ausblick die Bewertung nicht trägt

Amazon Q2: Umsatz 200,6 Mrd USD (+20%)

Ergebnis
AWS +37%, schnellstes Wachstum seit 18 Quartalen, Capex-Leitplanke ~220 Mrd
Marktreaktion
+12% am Fr auf 263,07 USD
Einordnung
Auslastungsbeweis, zweite Bestätigung des Musters

Qualcomm: Quartal gemischt, Gewinnausblick schwach

Ergebnis
Details siehe Quellen
Marktreaktion
Mehr als -7%
Einordnung
Handset-Halbleiter bleiben vom Rechenzentrums-Zyklus abgekoppelt

Arm: über den Erwartungen, Rechenzentrums-Royalties mehr als verdoppelt

Ergebnis
Kursreaktion flach
Marktreaktion
Kaum bewegt
Einordnung
Gute Zahlen sind eingepreist, wo die Bewertung vorgelaufen ist

Coinbase Q2: Umsatz 1,22 Mrd USD unter Konsens, Nettoverlust 359,5 Mio

Ergebnis
Dritter Umsatz-Miss in Folge
Marktreaktion
Nachbörslich -7%, im Handel zeitweise -12%
Einordnung
Krypto-Infrastruktur ohne Volumenwachstum bleibt ein Short-Kandidat der Saison

Amazon-GAAP-Gewinn enthält 53,4 Mrd USD Vorsteuer-Einmaleffekt aus der Anthropic-Beteiligung

Ergebnis
GAAP-EPS 5,75 nicht mit Konsens vergleichbar; operatives Ergebnis 27,5 Mrd (+43%)
Marktreaktion
Vom Markt korrekt getrennt
Einordnung
Papiergewinne aus KI-Beteiligungen gehören nicht in die operative Rechnung
08

Saison-Zwischenstand: Das Capex-Urteil ist gefallen

Nach zwei Wochen Mega-Cap-Berichten lässt sich das Muster der Saison benennen. Der Markt honoriert Investitionen genau dann, wenn das Cloud- oder Infrastrukturgeschäft im selben Bericht beschleunigt. Er bestraft sie, wenn der freie Cashflow verschwindet, ohne dass die Wachstumskurve antwortet.

BelegLesartMuster
Microsoft +15% bei Azure 43%, Amazon +12% bei AWS 37%Der Markt finanziert Auslastung, keine HoffnungCapex plus Beschleunigung wird gekauft
Meta -7% bei 784 Mio freiem Cashflow, Alphabet -7% und Tesla -14% in der VorwocheDieselbe Rechnung, zweite Woche in FolgeCapex ohne Cashflow-Beleg wird verkauft
Apple -8% trotz bestem Juniquartal der FirmengeschichteBewertung ist eine Fallhöhe, kein PolsterRekord reicht nicht bei Rekordbewertung
Arm über den Erwartungen, Kurs unverändertReaktion schlägt Ergebnis, das bleibt die KernregelEingepreiste Stärke bewegt nichts
Amazons 53,4 Mrd Anthropic-Buchgewinn ohne eigene KurswirkungOperative Zahl schlägt GAAP-OptikEinmaleffekte trennt der Markt sauber
09

Makro: Falkenhaftes Halten trifft weiche Konjunktur

Die Makro-Woche passte in einen Satz: Die Wirtschaft kühlt ab, die Inflation fällt zu langsam, und die Fed hat sich die Tür zur Erhöhung offen gehalten. BIP +1,5% nach +2,1%, Kern-PCE 3,3% und damit ein Zehntel tiefer als im Mai, aber weit über dem Ziel, Verbrauchervertrauen zum dritten Mal in Folge rückläufig. Der Dollar verlor trotz Falken-Fed mehr als 1% auf Wochensicht, die Zehnjahresrendite schloss um 4,65%.

WochentreiberMakro2Earnings1

Was den Wochenplan verändert

Zinsentscheid mit Dreifach-Dissens Richtung Erhöhung (Logan, Hammack, Kashkari)

Erwartung
Einstimmiges oder knappes Halten
Ergebnis
9:3, erster gleichgerichteter Dreifach-Dissens seit September 2016
Marktreaktion
Schwerster Dow-Tag seit April 2025

BIP Q2, erste Schätzung

Erwartung
+1,8%
Ergebnis
+1,5% annualisiert
Marktreaktion
Überlagert von Earnings

PCE Juni: Gesamtrate 3,7% nach 4,1%, Kernrate 3,3% nach 3,4%

Erwartung
Kern +0,2% zum Vormonat
Ergebnis
Kern +0,1%, Gesamtrate -0,1% durch Energie
Marktreaktion
Stützte den Donnerstags-Rebound

Verbrauchervertrauen 90,8, Erwartungskomponente 74,7

Erwartung
92,4
Ergebnis
90,8, dritter Rückgang in Folge
Marktreaktion
Gering

Dollar-Index fällt auf 99,78, drei Verlusttage, mutmaßliche Yen-Intervention

Erwartung
Falken-Fed stützt Dollar
Ergebnis
Wochenminus über 1%
Marktreaktion
Rückenwind für Rohstoffe und Auslandsumsätze
10

Marktbreite: Ein Kauftag beweist noch keine Wende

Die Breitenmessung dieser Woche hat eine Lücke, und die gehört benannt: Für Montag und Dienstag liegen keine Tageswerte vor, weil der interne Messdienst in diesen Tagen stand. Ab Mittwoch ist das Bild vollständig, und es ist das schärfste Kontrastprogramm seit Monaten. Der Fed-Mittwoch brachte 275 Gewinner über 4% gegen 1.011 Verlierer, einer der schwersten Distributionstage des Jahres. Der Donnerstag antwortete mit 1.087 Gewinnern gegen 397 Verlierer, dem stärksten Akkumulationstag seit Wochen. Der Freitag fiel mit 434 gegen 727 zurück ins Minus, und das bei steigenden Indizes.

Der Zustand darunter bleibt angeschlagen. Nur 40,8% der Aktien sind im Anstieg, 45,7% halten die 50-Tage-Linie, nach 47,1% am Vorwochenschluss. Auffälligster Einzelwert der Woche: 186 neue 52-Wochen-Tiefs am Freitag gegen 313 neue Hochs. Eine Plus-Woche der Indizes mit fast 200 neuen Tiefs am Schlusstag heißt, dass die Erholung von wenigen schweren Namen getragen wird, während der breite Markt weiter abgibt. Für die Praxis: Der Donnerstag zählt erst, wenn ihn die Breite in der neuen Woche bestätigt, mit einem zweiten Tag über 800 Gewinnern und einer 50-Tage-Quote zurück über 50%.

Wochenpfad: Der Mittwoch riss, der Donnerstag antwortete
Wochenpfad: Der Mittwoch riss, der Donnerstag antwortete, Datenstand: 02.08.2026
11

Rotation: Wohin das Geld unter der Oberfläche lief

Die Rotationsrechnung dieser Ausgabe kommt mit einer Einschränkung: Durch den Ausfall des internen Messdienstes fehlen die Vorwochen-Ränge, ein sauberes Rang-Delta je Gruppe lässt sich für diese Woche nicht ausweisen. Was sich aus Leader-Liste und Gruppenwertung trotzdem sicher ablesen lässt: Biotechnologie ist der Ort, an dem diese Woche Führung entstand. Fünf der ersten zehn Plätze der Leader-Liste sind Biotech-Namen, mit der Diagnostik daneben sind es sechs aus dem Medizinkomplex, von CRNX über RVMD bis CORT, alle mit RS 99 und alle innerhalb von 4% zum Hoch. Diese Gruppe wurde am Fed-Mittwoch nicht verkauft, und das ist die relevante Information.

Zweitens hält die Energie-Geschichte aus Ausgabe 006. Brent beendete den Juli mit mehr als 20% Monatsanstieg, und die Refiner bestätigen mit PBF praktisch am Hoch. Drittens formiert sich die Rechenzentrums-Lieferkette neu: Nicht mehr die Chip-Designer führen, sondern Distributoren und Integratoren wie Insight und Arrow, die Gruppe der Technology Distributors steht in der Gruppenwertung ganz oben. Das passt zum Capex-Muster der Earnings: Wenn Microsoft und Amazon zusammen weit über 250 Mrd USD im Jahr verbauen, verdient die Lieferkette zuerst.

Rotation: Wo die Führung sitzt
Rotation: Wo die Führung sitzt, Datenstand: 02.08.2026
12

Gruppenwertung: Der Stand in Zahlen

Die Tabelle zeigt die führenden Industriegruppen. Median-RS und Ein-Monats-Momentum sind je Gruppe über alle Mitglieder des Vollscans vom 02.08. gerechnet (Median). Ein Rang-Delta zur Vorwoche lässt sich wegen der Snapshot-Lücke nicht ausweisen, siehe Rotationsabschnitt; die Ränge folgen der Einordnung aus Gruppenwertung und Leader-Liste.

RangGruppeStatusMedian_RSMomentum_1M
1Technology DistributorsStärkste Gruppenwertung im Raster, Insight und Arrow führen die Rechenzentrums-Lieferkette89+7,7%
2BiotechnologieElf liquide Werte mit RS 97+, stellt fünf der Top-10-Leader; die Stärke sitzt in der Spitze der breiten Gruppe57+0,5%
3Oil & Gas RefiningHöchster Median-RS im Feld, PBF am Hoch, Brent-Monat über +20%92+20,5%
4Börsenbetreiber und MarktdatenCBOE, Nasdaq, FactSet: Volatilität ist ihr Umsatz52+17,2%
5Discount StoresDefensiver Konsum hält sich, passend zum Vertrauensrückgang60+6,6%
#1XBI

Biotechnology

Fünf der zehn führenden Aktien; die Gruppe wurde am Fed-Mittwoch nicht verkauft.

#2XLK

Technology Distributors

Empfängerseite des Capex-Zyklus, Spitze der Gruppenwertung nach Stärke-Score.

#3XLE

Oil & Gas Refining

PBF am Hoch, Brent-Monat über +20%: die Fortsetzung aus Ausgabe 006.

#4XLF

Financial Data & Stock Exchanges

Volatilität ist ihr Umsatz, die Fed-Woche war ihr Geschäft.

#5XRT

Discount Stores

Defensiver Konsum hält, passend zum dritten Rückgang des Verbrauchervertrauens.

#6IGV

Software

Nicht die Führung, aber die engsten Spannen: DDOG und FTNT nahe der 20-Tage-Linie.

13

Thema: Die Capex-Rechnung, zweite Runde

Ausgabe 006 endete mit der Frage, ob die Investitionspläne der Mega-Caps noch als Stärke gelesen werden oder schon als Kostenrisiko. Die Antwort dieser Woche ist präziser als erwartet: beides, und zwar nach einem klaren Kriterium. Microsoft investiert 41 Mrd USD im Quartal, 69% mehr als vor einem Jahr, und wird gefeiert, weil Azure gleichzeitig von 39 auf 43% Wachstum beschleunigt und die Guidance 45% verspricht. Amazon hebt die Jahres-Leitplanke auf rund 220 Mrd USD und wird gefeiert, weil AWS das schnellste Wachstum seit 18 Quartalen zeigt. Meta hebt die Capex-Spanne ebenfalls an, auf 130 bis 145 Mrd USD, und wird verkauft, weil vom freien Cashflow 784 Mio USD übrig sind und die Werbeerlöse diese Lücke nicht schließen.

Damit ist die Regel für die kommenden Quartale formuliert: Der Markt finanziert den Ausbau, solange die Auslastung im selben Bericht sichtbar wird. Das ist keine Blase-oder-nicht-Debatte, sondern eine Cashflow-Rechnung je Einzelwert. Für die Watchlist heißt das, die Empfängerseite bleibt attraktiver als die Zahlerseite: Wer die 220 Mrd von Amazon und die 41 Mrd je Quartal von Microsoft einsammelt, von Distributoren über Netzwerktechnik bis Strom, hat den Rückenwind, ohne die Ausgabenlast zu tragen.

Das Capex-Urteil: Belohnt, bestraft, ignoriert
Das Capex-Urteil: Belohnt, bestraft, ignoriert, Datenstand: 02.08.2026
14

Thema: Papiergewinne in der KI-Kette

Amazons Quartal enthielt eine Zahl, die größer war als das operative Ergebnis: 53,4 Mrd USD Vorsteuer-Einmaleffekt aus der Neubewertung der Anthropic-Beteiligung, netto 62,6 Mrd. Der Markt hat diese Zahl richtig behandelt, nämlich ignoriert, und die Aktie für AWS gekauft. Aber die Größenordnung verdient einen eigenen Absatz, weil sie zeigt, wie viel Bewertung inzwischen zwischen den KI-Unternehmen selbst zirkuliert. Beteiligungsgewinne dieser Art sind Buchwerk: Sie erhöhen kein Cash, sie beschäftigen keine Rechenzentren, und sie können in einem schwachen Quartal mit demselben Federstrich wieder verschwinden.

Die Tabelle ordnet die Klassen von KI-Erlösen nach Belastbarkeit. Sie ist die Fortsetzung der Bilanzdisziplin aus Ausgabe 006: Nicht jede KI-Zahl in einer Gewinn- und Verlustrechnung ist Umsatz, und nicht jeder Umsatz ist wiederkehrend.

KlasseLesartRisikoBeispiele
Nutzungsumsatz mit BeschleunigungDie Währung, die der Markt diese Woche bezahlt hatKapazitätsgrenzen, Preisdruck ab 2027Azure +43%, AWS +37%
Lizenz- und Royalty-StrömeSolide, aber ohne ÜberraschungsprämieBereits eingepreistArm-Rechenzentrums-Royalties verdoppelt
Capex-Versprechen ohne Cashflow-BelegWird verkauft, bis der Beleg kommtVertrauensentzug wie am DonnerstagMeta 130-145 Mrd Leitplanke bei 784 Mio freiem Cashflow
Beteiligungs-BuchgewinneAus der operativen Rechnung streichenReversibel, kein CashAmazon 53,4 Mrd aus Anthropic
15

Thema: Öl zwischen Waffenruhe und Eskalation

Die Ölgeschichte lief diese Woche in beide Richtungen und endete doch fester. Zum Wochenstart drückten Hoffnungen auf eine Waffenruhe im Iran-Konflikt den Preis deutlich unter die Marken der Vorwoche, in der Brent erstmals seit Mai die 100 USD getestet hatte. Am Freitag drehte das Bild: erneute Spannungen zwischen den USA und Iran, Tanker drehten in der Straße von Hormus ab, Brent schloss bei 87,84 USD und beendete den Juli mit einem Monatsplus von mehr als 20%.

Für das Aktienbild zählt weniger der Tagespreis als die Struktur dahinter: Die Gesamtinflation fiel im Juni nur deshalb, weil Energie während der Waffenruhe-Phase billiger wurde. Ein Ölmonat mit +20% arbeitet mit Verzögerung gegen genau diese Entlastung und damit gegen den Spielraum der Fed. Gleichzeitig bleiben die Refiner der sauberste Aktienausdruck des Themas: Sie verdienen an der Spanne, nicht am Preis, und PBF steht nach 83% Monats-Momentum praktisch am Hoch. Die Gruppe trägt seit zwei Ausgaben, und solange die Crack-Spreads halten, gehört sie auf die Beobachtungsliste, nicht in die Ablage.

16

Folgecheck: Was aus den Aussagen von 006 wurde

Ausgabe 006 hat sich an vier Stellen festgelegt, und alle vier lassen sich messen. Erstens: AMD und DELL als Top-Kandidaten, aber Kauf erst nach Fed und Earnings. Ergebnis: AMD fiel unter die 20-Tage-Linie und 16% unter das Hoch, DELL konsolidierte auf 13% unter dem Hoch. Kein Alarm löste aus, keine Position entstand, die Sperrzone hat Verluste verhindert. Zweitens: Die Memory-Rally aus 006 als tragfähige Führung. Ergebnis: gemischt, die Halbleiter gaben Montag und Dienstag Kapital ab, Qualcomm enttäuschte, nur die Lieferkette hielt. Die Führung ist zu Biotech und Refinern weitergewandert, das Rotationsbild aus 006 hat sich fortgesetzt, nur schneller als erwartet.

Drittens: Der Hinweis, dass die Fed-Woche mit vier Mega-Cap-Berichten das Risiko der Ausgabe ist. Ergebnis: exakt eingetreten, der Mittwoch brachte den schwersten Dow-Tag seit April 2025, der Donnerstag die Auflösung. Wer die Sperrzone respektiert hat, hat beide Seiten unbeschadet überstanden. Viertens: CRNX als Leader mit stehender Basis. Ergebnis: 149% Monats-Momentum, der Wert notiert am Hoch und ist inzwischen zu vertikal für einen Einstieg, aber die Analyse der Basis war korrekt. Die ehrliche Bilanz: Die Prozessdisziplin hat diese Woche mehr Geld geschützt als jede einzelne Aktienauswahl verdient hätte.

17

Earnings-Pivots: Lektionen aus den Reaktionen

Die Reaktion schlägt das Ergebnis, das bleibt die Kernregel jeder Berichtssaison. Sechs Fälle dieser Woche, sechs Lektionen.

LektionErgebnisReaktionUnternehmen
Beschleunigung im Kerngeschäft ist die stärkste Währung der SaisonUmsatz und EPS über Konsens, Azure beschleunigt auf 43%+15%, Rekord-WertzuwachsMicrosoft
Der Markt trennt sauber zwischen operativer Stärke und BuchgewinnenAWS +37%, operatives Ergebnis +43%+12% auf 263,07 USDAmazon
Ein Beat in der falschen Zeile rettet den Bericht nichtUmsatz-Beat, EPS-Miss, freier Cashflow fast null-7%Meta
Bewertung ist Fallhöhe: Rekord reicht nicht, wenn Services enttäuschenRekord-Juniquartal, iPhone +22%-8% auf 307,89 USDApple
Keine Reaktion auf gute Zahlen ist selbst ein SignalÜber den Erwartungen, Royalties verdoppeltUnverändertArm
Serien-Misses werden mit jedem Quartal teurerDritter Umsatz-Miss in Folge, NettoverlustBis zu -12%Coinbase
18

Leader-Liste: Aufgeräumt und neu sortiert

Ein Hinweis in eigener Sache zuerst: Die Leader-Wertung wurde in dieser Woche technisch bereinigt. Werte, deren Momentum aus unbereinigten Reverse-Splits stammte, fliegen jetzt aus der Wertung, und die Nähe zum 52-Wochen-Hoch ist als Standardfilter gesetzt. Die Liste zeigt deshalb wieder das, wofür sie gebaut wurde: Aktien, die jetzt führen, nicht Aktien, die vor einem Jahr gut waren.

Das Ergebnis ist eine klare Botschaft. Biotechnologie dominiert mit CRNX (149% Monats-Momentum, am Hoch), CORT, RVMD, CDNA und APGE die Spitze, alle mit RS 99 und alle innerhalb von 4% zum Hoch. Dahinter bestätigen PBF für die Refiner und DDOG für die Software-Seite. Die drei Namen mit Chart in dieser Ausgabe: CRNX als Maßstab der Gruppe, PBF als liquidester Ausdruck des Energie-Themas, RVMD als der Biotech-Wert mit der besten Kombination aus Liquidität (573 Mio USD Tagesumsatz) und Nähe zum Hoch bei nicht vertikalem Chart.

Crinetics Pharmaceuticals

Biotechnology. Vertikale am Hoch, Beobachtung statt Einstieg. RS 99.

149% Monats-Momentum, RS 99, 258 Mio USD Dollarvolumen. Der Maßstab, an dem die Biotech-Führung hängt.

Ungültig: Bruch der ersten Konsolidierungszone mit erhöhtem Volumen.
PBF Energy

Oil & Gas Refining. Ausbruch über die Sommer-Range, am 52-Wochen-Hoch. RS 99.

83% Monats-Momentum, 200 Mio USD Dollarvolumen, liquidester Ausdruck des Energie-Themas.

Ungültig: Verlust der Ausbruchszone oder eine tragfähige Waffenruhe im Iran-Konflikt.
Revolution Medicines

Biotechnology. Aufwärtstreppe an der Ausbruchsmarke, nicht vertikal. RS 99.

573 Mio USD Dollarvolumen, 28% Monats-Momentum, die beste Kombination aus Liquidität und Struktur in der Gruppe.

Ungültig: Tagesschluss unter der Ausbruchsmarke mit erhöhtem Volumen.
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Atlas: CRNX, der Maßstab der Biotech-Führung

Crinetics Pharmaceuticals steht nach 149% Monats-Momentum praktisch am 52-Wochen-Hoch und führt die Leader-Wertung mit RS 99 an. Der Chart zeigt die in Ausgabe 006 beschriebene Basis, aus der der Wert nach oben aufgelöst hat, gefolgt von der Vertikalen der letzten vier Wochen. Für einen Neueinstieg ist die Bewegung zu gestreckt, die 20-Tage-Linie liegt weit unter dem Kurs. Der Wert bleibt trotzdem im Heft, weil er der Maßstab ist, an dem sich die Gruppe messen lässt: Solange CRNX seine Vertikale hält und nicht mit Volumen unter die erste Konsolidierungszone fällt, ist die Biotech-Führung intakt. Prüfpunkt ist die erste enge Flagge; erst dort entsteht wieder eine handelbare Struktur.

Atlas: CRNX, Der Maßstab der Biotech-Führung
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Atlas: PBF, der liquideste Refiner am Hoch

PBF Energy schloss die Woche 0,4% unter dem 52-Wochen-Hoch, nach 83% Monats-Momentum und getragen von einem Ölmonat mit mehr als 20% Anstieg. Der Chart zeigt die Serie höherer Böden seit dem Frühjahr und den Ausbruch über die Sommer-Range, der die Refiner-These aus Ausgabe 006 bestätigt hat. Mit 200 Mio USD Tagesumsatz ist der Wert der liquideste Ausdruck des Themas. Die Abhängigkeit ist offensichtlich und gehört in jede Risikobetrachtung: Eine echte Waffenruhe im Iran-Konflikt nimmt der Bewegung den Treibstoff, der Verlust der Ausbruchszone wäre das technische Signal dafür. Bis dahin gilt: Rücksetzer an die Zone sind Beobachtungspunkte, keine Kaufsignale ohne Basis.

Atlas: PBF, Der liquideste Refiner am Hoch
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Atlas: RVMD, Liquidität trifft Struktur

Revolution Medicines kombiniert, was in der Biotech-Spitze selten zusammen vorkommt: RS 99, weniger als 1% Abstand zum Hoch, 573 Mio USD Tagesumsatz und ein Chart, der nicht vertikal ist. Der Wert hat mit 28% Monats-Momentum die ruhigste Steigung der führenden Biotech-Namen und notiert nach einer mehrwöchigen Aufwärtstreppe direkt an der Ausbruchsmarke. Das ist die Struktur, aus der handelbare Setups entstehen: Eine enge Konsolidierung über der Marke wäre die erste Basis, ein Tagesschluss mit erhöhtem Volumen darunter die Invalidierung. Von den drei gecharteten Werten ist RVMD der, bei dem Beobachtung am ehesten in einen Plan übergehen kann.

Atlas: RVMD, Liquidität trifft Struktur
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Enge Spannen: Wo sich die nächste Bewegung auflädt

Die Tabelle filtert auf RS ab 85, höchstens 2% Abstand zur 20-Tage-Linie, höchstens 15% zum Hoch und mindestens 100 Mio USD Tagesumsatz. Das sind die Werte, die trotz der Fed-Woche eng geblieben sind, und Enge nach einem Schockmittwoch ist eine Qualitätsaussage.

RSGruppeSymbolVom_HochAbstand_20T
98Software (Monitoring)DDOG-5,9%+1,6%
97CybersecurityFTNT-5,3%+1,7%
96Biopharma-HoldingROIV-8,4%+1,7%
95BiotechnologieLGND-11,8%+0,5%
95CybersecurityOKTA-13,2%+1,3%
95BiotechnologieCOGT-11,0%-1,4%
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Verworfen: Stärke, die nicht handelbar ist

Drei Namen aus der Spitze der Rohdaten, die es bewusst nicht auf die Beobachtungsliste schaffen. CRNX nach 149% in einem Monat: zu vertikal, die nächste Basis darf man abwarten, statt die dritte gestreckte Kerze zu kaufen. CDNA mit RS 99 exakt am Hoch, aber nur 40 Mio USD Tagesumsatz: zu dünn, ein Ausstieg in Schwäche bewegt dort den Kurs selbst. Und AMD, so klar die Drei-Monats-Stärke ist: unter der 20-Tage-Linie und zwei Tage vor den eigenen Zahlen ist der Name eine Sperrzone, keine Gelegenheit. Verwerfen heißt hier ausdrücklich nicht vergessen, sondern den Prüfpunkt definieren, an dem ein Nein wieder zu einem Vielleicht wird.

149% in einem Monat: als Trade zu vertikal, als Maßstab unverzichtbar. Beobachtung bis zur ersten engen Flagge.

Die dritte gestreckte Kerze kauft man nicht.

RS 99 exakt am Hoch, aber nur 40 Mio USD Dollarvolumen: ein Ausstieg in Schwäche bewegt den Kurs selbst.

Steilheit ersetzt keine Liquidität.

Unter der 20-Tage-Linie und zwei Tage vor den eigenen Zahlen: Sperrzone, keine Gelegenheit.

Der Kalender schlägt den Chart.

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Makro-Rahmen: Die Fed unter Warsh zeigt ihre Reaktionsfunktion

Diese Sitzung war die informativste seit dem Führungswechsel an der Fed-Spitze, nicht wegen des Entscheids, sondern wegen der Ränder. Drei Mitglieder, Logan, Hammack und Kashkari, stimmten für eine Erhöhung, der erste gleichgerichtete Dreifach-Dissens seit September 2016. Chair Warsh kommentierte das in der Pressekonferenz trocken mit dem Satz, er habe um einen ordentlichen Familienstreit gebeten und ihn bekommen, und bekräftigte, die Fed werde nicht zögern, die Inflation zu stoppen. Der Anleihemarkt las beides als Eingeständnis, dass 3,3% Kern-PCE bei 1,5% Wachstum ein Dilemma ohne bequemen Ausweg sind: Die Renditen stiegen am Mittwoch, obwohl nichts entschieden wurde.

Für Aktien heißt das: Die Zins-Säule bleibt Gegenwind, und der September-Termin am 15. und 16. ist mit neuen Projektionen die nächste harte Wegmarke. Bis dahin regiert die Datenlage, beginnend mit dem Arbeitsmarktbericht am kommenden Freitag. Ein schwacher Bericht entschärft die Falken, ein starker macht aus drei Dissens-Stimmen eine Mehrheitsdiskussion. Bemerkenswert bleibt, dass der Dollar trotz Falken-Fed über 1% verlor; ein Teil des Marktes handelt bereits die Frage, ob die Fed hinter der Kurve ist, und das ist historisch kein Umfeld für breite, sondern für selektive Aktienstärke.

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Fed-Szenarien bis zur September-Sitzung

Drei Pfade, drei Playbooks. Der Arbeitsmarktbericht am 07.08. ist die erste Weiche.

PlaybookSzenarioEinordnungMarktlesart
Bei bestätigter Breite Risikoeinheit anheben, Leader-Basen kaufenDaten kühlen ab, Kern-PCE fällt weiterFalken verlieren ihr Argument, Halten im September wird BasisfallErleichterungsrally mit breiterer Beteiligung möglich
0,25R beibehalten, nur A-Setups aus führenden GruppenDaten bleiben zäh, Inflation seitwärtsStatus quo: Gelb bleibt, Dissens schwelt weiterSelektiver Markt wie jetzt, Führung wechselt gruppenweise
Exposure senken, Alarme unter Ausbruchszonen, Cash verteidigenInflation zieht wieder an, Öl-Monat wirkt nachAus drei Dissens-Stimmen wird eine ErhöhungsdebatteBewertungsdruck auf alles mit hoher Duration, Vol-Säule kippt
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Methodik: Woher die Zahlen kommen

Alle Markt- und Aktienkennzahlen stammen aus dem WickedDesk-Scan vom 02.08.2026 über 4.682 US-Aktien: RS-Rating als Perzentil-Rang, Momentum-Fenster über einen bis zwölf Monate, Abstände zu 20-Tage-Linie und 52-Wochen-Hoch, Dollarvolumen als Durchschnitt. Die Marktampel gewichtet neun Säulen von Indextrend bis Saisonalität zu einem Wert von 0 bis 100. Indexstände, Earnings-Zahlen und Makrodaten kommen aus den im Quellenledger verlinkten Primär- und Sekundärquellen; jede Zahl im Heft hat dort einen Eintrag. Zwei Lücken dieser Woche sind im Text markiert: Die Breitenmessung für Montag und Dienstag fehlt, und die Gruppenwertung hat keine Vorwochen-Ränge. Beides geht auf einen Ausfall des internen Messdienstes zurück, der inzwischen behoben ist. Wir weisen Lücken aus, statt sie zu füllen.

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Workflow: Die Sperrzone als Werkzeug

Der nützlichste Handgriff dieser Woche war keine Analyse, sondern eine Regel: Vor dem Earnings-Termin eines Watchlist-Kandidaten wird nicht eingestiegen, egal wie gut der Chart aussieht. In WickedDesk lässt sich das direkt am Symbol ablesen, der Earnings-Termin steht im Atlas neben dem Chart. Der Ablauf: Kandidat prüfen, Termin ansehen, und wenn der Bericht innerhalb der nächsten fünf Handelstage liegt, wandert der Wert mit einem Alarm auf der Struktur in die Warteschleife statt ins Depot. AMD hat diese Woche gezeigt, warum: Der Chart war am Montag noch ein Kandidat, am Freitag lag er 8% unter der 20-Tage-Linie, und am Dienstag berichtet das Unternehmen. Wer die Sperrzone respektiert hat, hat nichts verloren und nichts verpasst, denn ohne Basis gab es ohnehin nichts zu kaufen.

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Ausblick: Arbeitsmarkt und die zweite Reihe

Die kommende Woche gehört dem Arbeitsmarktbericht am Freitag, 08:30 New Yorker Zeit, dem ersten harten Datum auf dem Weg zur September-Sitzung. Davor berichtet die zweite Reihe der KI-Kette: Palantir am Montag nachbörslich, AMD am Dienstag mit der Frage, ob die Rechenzentrums-Nachfrage die Handset-Schwäche überdeckt, Disney am Mittwoch, Eli Lilly am Donnerstag mit dem Fokus auf die Abnehm-Franchise, dazu Shopify, McDonald's, Uber und Airbnb. Für den Prozess heißt das: Die Sperrzonen-Regel bleibt aktiv, AMD ist bis Dienstagabend tabu. Die Prüfpunkte der Woche: Bestätigt die Breite den Donnerstag mit einem zweiten Tag über 800 Gewinnern? Hält die Biotech-Führung ihre Ränge? Und bildet DELL die Enge aus, auf die der Desk seit zwei Ausgaben wartet? Die Ampel entscheidet über die Größe, die Struktur über den Einstieg, und der Kalender über das Wann.