AWS wächst kräftig. Der Geldbedarf ebenfalls.
Bei Amazon laufen zwei Entwicklungen gleichzeitig. AWS wächst fast 40 Prozent, doch nach den Investitionen bleibt über zwölf Monate kein freier Geldüberschuss. Intel verkauft deutlich mehr Serverchips und erwartet trotzdem weniger Umsatz im nächsten Quartal. Sandisk stellt dagegen das nächste Wachstum in Aussicht.
Diese Unterschiede interessieren mich mehr als ein pauschales Urteil über KI Aktien. Wo kommt das Wachstum her? Wie viel Geld bleibt nach den Ausgaben? Und kauft der Markt die Geschichte nach den Zahlen noch?
Die Ausgabe enthält die bis Freitagmorgen veröffentlichten Berichte. Die bisherigen Kursvergleiche enden am 28. Oktober, die sechs Atlas Aufnahmen stammen aus dem laufenden Handel am 29. Oktober um 17:36 bis 17:37 Uhr MEZ. Sie zeigen noch nicht die spätere Reaktion auf Amazon und Intel. Der Freitagshandel in den USA hat noch nicht begonnen.

Bis Mittwoch erholt sich der Nasdaq stärker als der Dow
QQQ steigt vom vergangenen Freitag bis Mittwoch um +3,01 %. Der ETF bildet den Nasdaq 100 ab. SPY, DIA und IWM stehen für S&P 500, Dow und Russell 2000. Verglichen werden ETF Kurse ohne Ausschüttungen, keine offiziellen Indexstände.
Die Erholung hat den QQQ bis knapp über seinen Durchschnitt der letzten 50 Handelstage gebracht. Unter der 21 Tage Linie bleibt er dennoch. Eine Gegenbewegung ist damit zu erkennen, ein zurückeroberter kurzer Aufwärtstrend noch nicht.
Der Russell ETF IWM liegt über seinem SMA 200, aber unter dem SMA 50. Der SMA ist der einfache Durchschnitt der Schlusskurse über die angegebene Zahl von Handelstagen. So kannst du einen Wochenanstieg von der längerfristigen Lage unterscheiden.
Der VIX fällt von 19,45 am 23. auf 16,91 am 28. Oktober. Er misst aus Optionspreisen die erwartete Schwankung des S&P 500, keine sichere künftige Bewegung. Das ist ebenfalls ein Mittwochswert, kein Maß für den späteren Donnerstag.
| Symbol | SMA 21 | SMA 50 | SMA 200 | Seit 23.10. | Schluss 28.10. |
|---|---|---|---|---|---|
| SPY | 770,50 | 767,63 | 728,15 | +1,62 % | 772,31 USD |
| QQQ | 732,82 | 725,42 | 678,72 | +3,01 % | 725,61 USD |
| DIA | 517,85 | 522,12 | 505,67 | +0,63 % | 524,68 USD |
| IWM | 277,30 | 285,00 | 278,53 | +2,01 % | 281,29 USD |
- SMA 21
- 770,50
- SMA 50
- 767,63
- SMA 200
- 728,15
- Seit 23.10.
- +1,62 %
- Schluss 28.10.
- 772,31 USD
- SMA 21
- 732,82
- SMA 50
- 725,42
- SMA 200
- 678,72
- Seit 23.10.
- +3,01 %
- Schluss 28.10.
- 725,61 USD
- SMA 21
- 517,85
- SMA 50
- 522,12
- SMA 200
- 505,67
- Seit 23.10.
- +0,63 %
- Schluss 28.10.
- 524,68 USD
- SMA 21
- 277,30
- SMA 50
- 285,00
- SMA 200
- 278,53
- Seit 23.10.
- +2,01 %
- Schluss 28.10.
- 281,29 USD
Was seit der letzten Ausgabe dazugekommen ist
Neben den Zinsentscheidungen liegen jetzt die Berichte von Amazon, Intel und Sandisk vor. Gesundheit, Konsum, Maschinenbau und Energie liefern zusätzliche Hinweise. Die Ergebnisse beschreiben unterschiedliche Geschäftsmodelle, keinen einheitlichen Boom.
Was den Wochenplan verändert
Fed
Microsoft und Alphabet
EZB
US Konjunktur
Amazon, Intel, Sandisk
Alphabet zieht die Erholung im Nasdaq wieder nach unten
In der eingefrorenen Donnerstagsaufnahme steht QQQ bei 715,53 Dollar, -1,39 % zum Mittwochsschluss. Microsoft verliert -1,29 %, Alphabet -12,34 %. Das ist ein anderer Eindruck als der Anstieg bis Mittwoch.
Beim Lesen des Charts lohnt sich deshalb der Blick auf die letzte Kerze. Die neue Tageskerze ist noch offen. Die Tagesveränderung kann sich bis zum Handelsschluss verändern, ebenso der Abstand zu den Durchschnitten.
Die Volumenbalken zeigen die bis zur Aufnahme gehandelten Stückzahlen. Sie werden nicht als fertiges Tagesvolumen mit einem abgeschlossenen Handelstag verglichen. ADR im Kopf bezeichnet die durchschnittliche tägliche Handelsspanne, hier über die letzten 20 vollständigen Handelstage.

Zwei Fed Mitglieder wollten sogar höhere Zinsen
Die Fed belässt das Zielband am 28. Oktober bei 3,75 bis 4,00 Prozent. Lisa Cook und Beth Hammack stimmen dagegen, weil sie eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte bevorzugen. Eine breite Bewegung Richtung Zinssenkung ist daraus nicht abzulesen.
Für Wachstumsaktien ist das unbequem. Ein großer Teil ihres heutigen Werts beruht auf Gewinnen, die erst in späteren Jahren anfallen sollen. Wenn sichere Zinsen hoch bleiben, müssen Anleger mehr Gründe haben, für diese Gewinne schon heute einen hohen Preis zu zahlen. Das trifft nicht jedes Unternehmen gleich stark. Ein Betrieb mit verlässlichem Geldüberschuss hat andere Möglichkeiten als einer, der regelmäßig neues Kapital aufnehmen muss.
Die EZB hält still, obwohl Energie die Lage verschärft
Auch die EZB verändert ihre drei Leitzinsen am 29. Oktober nicht. Der Einlagenzins bleibt bei 2,50 Prozent. Sie beschreibt höhere Energiepreise als Risiko für höhere Inflation und schwächeres Wachstum. Ihre auslaufenden Anleihebestände werden weiterhin nicht vollständig ersetzt.
Billigere Kredite könnten Nachfrage und Investitionen stützen. Sie machen Energie aber nicht unmittelbar günstiger. Umgekehrt belasten hohe Finanzierungskosten Unternehmen, deren Margen bereits unter teuren Vorprodukten leiden. Genau dieser Zielkonflikt erschwert eine schnelle Entlastung.
Hinzu kommt ein Personalwechsel. Christine Lagarde hat ihren Rücktritt zum 7. Februar 2027 angekündigt. Sie scheidet nicht heute aus. Wer nachfolgt und wie sich Mehrheiten entwickeln, steht damit noch nicht fest.
Die US Wirtschaft wächst schneller, die Monatsinflation steigt trotzdem
Das reale US Bruttoinlandsprodukt wächst im dritten Quartal um 3,4 Prozent annualisiert nach 2,2 Prozent im zweiten. Tatsächlich entspricht das einem Zuwachs von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die Annualisierung rechnet das Quartalstempo auf ein ganzes Jahr hoch.
Der PCE Preisindex erfasst die Preise der privaten Konsumausgaben. Im September steigt er um 0,5 Prozent zum Vormonat und 3,6 Prozent zum Vorjahr. Ohne Nahrung und Energie beträgt die Jahresrate 3,1 Prozent. Die realen Konsumausgaben verändern sich kaum.
Ein höheres Preisniveau bedeutet nicht automatisch, dass die Menschen entsprechend mehr Waren kaufen. Für Konsumaktien interessiert mich deshalb, ob ein Unternehmen mehr Stück verkauft oder vor allem höhere Preise verlangt. Das kann bei gleichem Umsatzwachstum zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führen.
Mehr Geldmenge heißt nicht, dass Kredite leichter zu bekommen sind
Die breite Geldmenge M3 wächst im September um 3,5 Prozent zum Vorjahr, unverändert zum August. M1, das Bargeld und täglich verfügbare Einlagen erfasst, wächst mit 2,7 Prozent etwas langsamer. Diese Septemberdaten sind keine Folge des Zinsentscheids vom 29. Oktober.
In der Bankenumfrage verschärfen netto 9 Prozent der Institute die Kreditstandards für Unternehmen. Die Kreditnachfrage sinkt per saldo. Netto 9 Prozent ist ein Umfragewert, kein Rückgang des Kreditvolumens um 9 Prozent.
Für ein Unternehmen mit hohen Investitionen ist nicht nur die Zahl im Leitzins wichtig. Es muss den Kredit auch bekommen, Sicherheiten stellen und die laufenden Zinsen bezahlen können. Deshalb trenne ich Geldmengenwachstum, Kreditbedingungen und den tatsächlichen Geldfluss eines Unternehmens.
Amazon wächst. Was bleibt nach den Investitionen übrig?
AWS setzt im dritten Quartal 46,0 Milliarden Dollar um, 39,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Amazons Gesamtumsatz wächst um 12 Prozent auf 201,9 Milliarden. Der verschobene Prime Day drückt den Jahresvergleich im Handel. Das Cloud Geschäft trägt 17,8 Milliarden zum operativen Gewinn von insgesamt 28,1 Milliarden Dollar bei.
Trotzdem beträgt der freie Cashflow über zwölf Monate minus 42,4 Milliarden Dollar. Aus dem laufenden Geschäft kommen 168,3 Milliarden herein, der Ausbau bindet noch mehr Geld. Das ist ein Mittelabfluss, kein Bilanzverlust und keine Aussage über Zahlungsunfähigkeit.
Für das vierte Quartal erwartet Amazon 240 bis 247 Milliarden Dollar Umsatz und 28,5 bis 33,5 Milliarden operativen Gewinn. Die Investitionsplanung für 2026 bleibt bei rund 220 Milliarden. Die Frage ist also nicht, ob Nachfrage da ist. Sondern wann die zusätzlichen Anlagen mehr Geld einbringen, als ihr Aufbau verbraucht.
Amazons Cashflow betrifft zwölf Monate. Die Grafik bei Microsoft und Alphabet zeigt ein einzelnes Quartal. Diese Beträge gehören nicht als gleichartige Balken nebeneinander.
Microsoft wächst, die positive Eröffnung hält bisher nicht
Microsoft erzielt im Quartal bis Ende September 92,28 Milliarden Dollar Umsatz, 19 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Azure wächst um 48 Prozent. Aus dem Betrieb fließen 58,00 Milliarden Dollar zu, Zahlungen für Sachanlagen betragen 39,37 Milliarden.
Die Aktie eröffnet am Donnerstag +1,73 % über dem Mittwochsschluss. Bis zur Aufnahme verliert sie 2,97 Prozent gegenüber dieser Eröffnung. Sie bleibt über dem SMA 50, fällt aber unter den SMA 21. Das ist bislang ein verkaufter Eröffnungsanstieg, kein gehaltenes positives Gap.
Ich würde hier als Nächstes prüfen, ob Käufer den Bereich der 50 Tage Linie halten und die Aktie wieder über die kurze Linie bringen. Ein Schluss unter dem SMA 50 würde die Erholung seit dem Sommer weiter infrage stellen.

Bei Alphabet reicht das Cloud Wachstum nicht aus
Alphabet steigert den Quartalsumsatz um 25 Prozent auf 127,58 Milliarden Dollar. Google Cloud wächst um 103 Prozent, auch durch Verkäufe von TPU Systemen. Das ist nicht ausschließlich wiederkehrender Softwareumsatz. Nach 51,36 Milliarden Dollar Sachinvestitionen beträgt der freie Cashflow minus 9,07 Milliarden Dollar.
Die Aktie eröffnet -11,70 % unter dem Mittwochsschluss. In der Aufnahme liegt sie bei 284,80 Dollar, weit unter den drei hier betrachteten Durchschnitten. Ein großer Rückgang macht einen Titel nicht automatisch günstig. Für eine neue Aufwärtsbewegung müsste sich zunächst ein tragfähiger Boden entwickeln. Ein einzelner grüner Tag würde dafür wenig ändern.
Nach Abzug der bar bezahlten Sachinvestitionen bleiben bei Microsoft rechnerisch 18,63 Milliarden Dollar aus dem operativen Mittelzufluss. Alphabet verbraucht in derselben Rechnung mehr Geld, als das laufende Geschäft einbringt. Das sagt nicht, dass Alphabet zahlungsunfähig wäre. Es beschreibt den Geldbedarf dieses Quartals.
Die Rechnung berücksichtigt keine zusätzlichen Anlagen, die ohne unmittelbare Zahlung über Leasing finanziert werden. Sie ist deshalb kein Vergleich sämtlicher Investitionsverpflichtungen.
Für die nächsten Berichte bleiben zwei Fragen. Wächst der Ertrag mit den neuen Anlagen mit? Und wie lange muss ein Unternehmen Ausgaben vorfinanzieren, bevor daraus zusätzlicher Geldüberschuss entsteht? Höhere Umsätze allein beantworten beides nicht.

Intel verkauft mehr Serverchips. Sandisk erhöht den Ausblick.
Intel steigert den Umsatz um 21 Prozent auf 16,5 Milliarden Dollar. Der Bereich Data Center and AI wächst um 78 Prozent auf 7,3 Milliarden, das PC geprägte Geschäft schrumpft um 5 Prozent. Für das vierte Quartal erwartet Intel nur 15 bis 16 Milliarden Gesamtumsatz. Die Servernachfrage ist stark, der PC Markt bleibt ein Problem.
Bei Sandisk wächst der Umsatz im ersten Geschäftsquartal 2027 um 378 Prozent zum Vorjahr und 23 Prozent zum Vorquartal auf 11,031 Milliarden Dollar. Für das nächste Quartal stellt das Unternehmen 12,2 bis 12,6 Milliarden in Aussicht. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll von 49,51 auf 55 bis 57 Dollar steigen.
Diese Gewinnzahlen gelten vor dem angekündigten Aktiensplit. Ab 20. November soll Sandisk im Verhältnis acht zu eins angepasst gehandelt werden. Achtmal so viele Aktien bedeuten nicht achtmal so viel Unternehmenswert. Alte und neue Kurse sowie Gewinnzahlen müssen auf derselben Basis verglichen werden.
Die beiden Berichte zeigen, warum ein gemeinsames Etikett wie Halbleiter nicht reicht. Bei Intel geht es auch um schwache PCs, bei Sandisk um den Speicherboom. Ob Anleger dafür weiter höhere Preise zahlen, muss anschließend der Chart zeigen.
| Symbol | Umsatz | Ausblick | Vergleich | Gewinn je Aktie |
|---|---|---|---|---|
| INTC | 16,5 Mrd. USD | Q4: 15 bis 16 Mrd. USD Umsatz | +21 % zum Vorjahr | 0,60 USD; bereinigt 0,52 USD |
| SNDK | 11,031 Mrd. USD | Q2: 12,2 bis 12,6 Mrd. USD Umsatz | +378 % zum Vorjahr | bereinigt 49,51 USD vor Split |
- Umsatz
- 16,5 Mrd. USD
- Ausblick
- Q4: 15 bis 16 Mrd. USD Umsatz
- Vergleich
- +21 % zum Vorjahr
- Gewinn je Aktie
- 0,60 USD; bereinigt 0,52 USD
- Umsatz
- 11,031 Mrd. USD
- Ausblick
- Q2: 12,2 bis 12,6 Mrd. USD Umsatz
- Vergleich
- +378 % zum Vorjahr
- Gewinn je Aktie
- bereinigt 49,51 USD vor Split
Nicht nur die Technologiewerte haben geliefert
Caterpillar wächst durch mehr verkaufte Maschinen und höhere Preise. Bei Lilly steigen die Absatzmengen deutlich, während die erzielten Preise sinken. Mastercard liefert einen weiteren Blick auf Zahlungen und Konsum. Starbucks zeigt, weshalb Gesamtumsatz und vergleichbare Filialumsätze auseinandergehalten werden müssen.
Die Berichte stammen vom 29. Oktober. Umsatz und Wachstum beziehen sich auf das jeweilige gemeldete Quartal, nicht auf das Gesamtjahr. Bereinigt bedeutet, dass das Unternehmen bestimmte Aufwendungen oder Erträge herausrechnet. Solche Gewinne sind keine einheitliche Rechnungslegungskennzahl.
Für die Auswahl ist mehr gewonnen, wenn du die Ursache des Wachstums verstehst, als wenn du nur die höchste Prozentzahl suchst. Mehr Kunden, höhere Preise und ein veränderter Konzernumfang sind drei verschiedene Geschichten.
| Symbol | Umsatz | Bemerkenswert | Gewinn je Aktie |
|---|---|---|---|
| CAT | 20,7 Mrd. USD; +17 % | Mehr Absatz und höhere Preise; bereinigte operative Marge 20,6 %. | 7,13 USD; bereinigt 7,20 USD |
| LLY | 24,4 Mrd. USD; +39 % | Jahresumsatzprognose steigt auf 91 bis 92 Mrd. USD. Das ist keine gleichzeitige Erhöhung jeder Gewinnkennzahl. | 7,22 USD; bereinigt 7,48 USD |
| MA | 9,8 Mrd. USD; +14 % | Kaufvolumen +9 % in lokaler Währung. Kein Beleg für überall stärkeren realen Konsum. | 5,28 USD; bereinigt 5,31 USD |
| SBUX | 9,1 Mrd. USD; minus 4 % | Vergleichbare Filialumsätze +7,2 %. Die China Transaktion belastet den Konzernumsatz. | 0,59 USD; bereinigt 0,80 USD |
- Umsatz
- 20,7 Mrd. USD; +17 %
- Bemerkenswert
- Mehr Absatz und höhere Preise; bereinigte operative Marge 20,6 %.
- Gewinn je Aktie
- 7,13 USD; bereinigt 7,20 USD
- Umsatz
- 24,4 Mrd. USD; +39 %
- Bemerkenswert
- Jahresumsatzprognose steigt auf 91 bis 92 Mrd. USD. Das ist keine gleichzeitige Erhöhung jeder Gewinnkennzahl.
- Gewinn je Aktie
- 7,22 USD; bereinigt 7,48 USD
- Umsatz
- 9,8 Mrd. USD; +14 %
- Bemerkenswert
- Kaufvolumen +9 % in lokaler Währung. Kein Beleg für überall stärkeren realen Konsum.
- Gewinn je Aktie
- 5,28 USD; bereinigt 5,31 USD
- Umsatz
- 9,1 Mrd. USD; minus 4 %
- Bemerkenswert
- Vergleichbare Filialumsätze +7,2 %. Die China Transaktion belastet den Konzernumsatz.
- Gewinn je Aktie
- 0,59 USD; bereinigt 0,80 USD
Technologie führt bis Mittwoch, aber nicht jeder große Titel macht mit
Der Technologie ETF XLK steigt vom 23. bis 28. Oktober um +4,24 %. Kommunikation XLC fällt um -2,25 %. Der Indexfonds für Gesundheit XLV gewinnt nur +0,25 %, obwohl mehrere unserer Gesundheitsaktien deutlich stärker sind.
Die Auswahl einer Gruppe ersetzt deshalb nicht den einzelnen Chart. Ebenso wenig lässt sich aus einem starken Einzelwert schließen, dass die ganze Branche gekauft wird. Die Grafik nutzt elf Sektor ETFs mit denselben Vergleichstagen. Sie ist kein gleichgewichteter Durchschnitt aller zugehörigen Aktien.
Die Donnerstagsverluste nach den Technologiebilanzen sind in diesem abgeschlossenen Mittwochvergleich noch nicht enthalten.
Die bisherigen Beobachtungen bleiben im Vergleich. Micron und Marvell erholen sich bis Mittwoch kräftig, Twilio fällt weiter. Bei den Gesundheitswerten schneiden CareDx und Natera besser ab als der breite Sektor ETF.
Die Prozentwerte beginnen beim Schluss vom 23. Oktober und enden am 28. Oktober. Sie sind keine seit dem ersten Einstieg erzielte Rendite. Niemand musste diese Titel dafür gekauft haben.
| Symbol | Seit 23.10. | Schluss 28.10. |
|---|---|---|
| MRNA | +7,03 % | 214,17 USD |
| CDNA | +4,22 % | 72,13 USD |
| NTRA | +5,03 % | 424,27 USD |
| OKTA | +4,51 % | 222,66 USD |
| CRWD | +3,53 % | 266,66 USD |
| PANW | +3,66 % | 394,49 USD |
| MU | +12,04 % | 983,23 USD |
| MRVL | +10,13 % | 251,65 USD |
| TWLO | -3,06 % | 253,77 USD |
- Seit 23.10.
- +7,03 %
- Schluss 28.10.
- 214,17 USD
- Seit 23.10.
- +4,22 %
- Schluss 28.10.
- 72,13 USD
- Seit 23.10.
- +5,03 %
- Schluss 28.10.
- 424,27 USD
- Seit 23.10.
- +4,51 %
- Schluss 28.10.
- 222,66 USD
- Seit 23.10.
- +3,53 %
- Schluss 28.10.
- 266,66 USD
- Seit 23.10.
- +3,66 %
- Schluss 28.10.
- 394,49 USD
- Seit 23.10.
- +12,04 %
- Schluss 28.10.
- 983,23 USD
- Seit 23.10.
- +10,13 %
- Schluss 28.10.
- 251,65 USD
- Seit 23.10.
- -3,06 %
- Schluss 28.10.
- 253,77 USD
CareDx hält sich in der Nähe der jüngsten Hochs
CareDx steht in der Donnerstagsaufnahme bei 72,48 Dollar. Der Kurs liegt über SMA 21, 50 und 200. Nach dem Anstieg seit dem Sommer bleibt die Aktie damit deutlich besser erhalten als viele große Technologiewerte.
Für mich ist interessant, ob sie unter dem jüngsten Hoch mehrere Tage enger handelt, statt nach jedem Anstieg tief zurückzufallen. Das würde einen Bereich liefern, an dem sich eine spätere Entscheidung klarer begründen lässt. Der aktuelle Abstand zur 21 Tage Linie beträgt +7,99 %. Enger Handel und ein naher Durchschnitt sind also nicht dasselbe.
Ein nachhaltiger Rückfall unter die kurze Linie würde die bisherige Stabilität schwächen. Ein neuer Ausbruch ohne Anschluss wäre ebenfalls ein Grund, die Beobachtung zurückzustellen.

Okta kommt nach einer schwachen Eröffnung zurück
Okta eröffnet am Donnerstag mit einer Lücke von -5,94 %. Bis zur Aufnahme erholt sich die Aktie um +3,46 % gegenüber der Eröffnung, liegt aber noch -2,69 % unter dem Mittwochsschluss.
Diese Unterscheidung ist wichtig. Wer nur die Bewegung seit Handelsbeginn sieht, erkennt eine Erholung. Wer den Schlusskurs vom Vortag einbezieht, sieht weiterhin einen Verlust. Im Chart steht der Kurs noch knapp über dem SMA 21.
Für die nächste Woche interessiert mich, ob diese Linie nach Handelsschluss hält und ob die Aktie sich wieder den jüngsten Hochs nähert. Geht die Erholung vollständig verloren, wäre das kein enger Rücksetzer mehr. Einen neuen Unternehmensauslöser leite ich aus dem Kurs allein nicht ab.

Moderna erholt sich, der vorherige Einbruch bleibt trotzdem im Chart
Moderna gewinnt vom 23. bis 28. Oktober +7,03 %. Am Donnerstag kommen in der Aufnahme +2,34 % dazu. Nach dem starken Rückgang aus der letzten Ausgabe ist das zunächst eine Erholung. Es macht den früheren Schaden nicht rückgängig.
Die Aktie steht wieder über ihrem SMA 21. Entscheidend ist nun, ob sie dort tatsächlich Halt findet und eine neue Handelsspanne ausbildet. Ohne mehrere abgeschlossene Tage lässt sich daraus keine enge Basis machen.
Für eine konstruktive Fortsetzung möchte ich kleinere Rücksetzer sehen, die nicht sofort wieder verkauft werden. Ein Rückfall unter die neu zurückeroberte Linie und in die jüngste Tiefzone würde dagegen sprechen. Aus dem Anstieg leite ich kein positives Studienergebnis eines Medikaments ab.

Die Raumfahrtaktien springen, der lange Trend bleibt schwach
Rocket Lab steigt bis Mittwoch +11,41 %, AST SpaceMobile +6,31 %, Planet Labs +6,86 % und Intuitive Machines +10,17 %. Trotzdem liegen alle vier unter ihrem SMA 200. Das ist eine Erholung aus schwachen längerfristigen Charts, kein gemeinsamer Ausbruch nahe den Jahreshochs.
Auch SpaceX unter SPCX liegt unter den Durchschnitten über 21 und 50 Tage. Für einen SMA 200 enthält die vorliegende Historie noch nicht genügend Handelstage. Diese Linie wird deshalb nicht ergänzt oder geschätzt.
Ich würde zuerst prüfen, ob die Erholung über mehrere Wochen höhere Tiefs hinterlässt. Neue Verträge, Starts oder Zulassungen müssen jeweils einzeln belegt werden. Aus den Kursanstiegen allein ergibt sich diese Woche kein neuer Nachrichtenkatalysator.
| Symbol | Seit 23.10. | Schluss 28.10. |
|---|---|---|
| SPCX | -1,53 % | 145,23 USD |
| RKLB | +11,41 % | 58,60 USD |
| ASTS | +6,31 % | 42,30 USD |
| PL | +6,86 % | 14,33 USD |
| LUNR | +10,17 % | 11,59 USD |
- Seit 23.10.
- -1,53 %
- Schluss 28.10.
- 145,23 USD
- Seit 23.10.
- +11,41 %
- Schluss 28.10.
- 58,60 USD
- Seit 23.10.
- +6,31 %
- Schluss 28.10.
- 42,30 USD
- Seit 23.10.
- +6,86 %
- Schluss 28.10.
- 14,33 USD
- Seit 23.10.
- +10,17 %
- Schluss 28.10.
- 11,59 USD
Öl wird günstiger, bleibt aber teuer
Die offizielle Spotreihe reicht hier bis zum 27. Oktober. Brent steht bei 123,10 Dollar je Barrel nach 128,30 am 23. Oktober. WTI fällt im selben Vergleich von 109,72 auf 103,37 Dollar. Das sind keine laufenden Futureskurse vom Donnerstag.
Die US Lagerdaten passen nicht zu einer pauschalen Entwarnung. Rohölbestände sinken in der Woche bis 23. Oktober um 1,9 Millionen Barrel, Destillate um 1,5 Millionen. Die Destillatbestände liegen 10 Prozent unter dem Fünfjahresmittel.
Bei US Erdgas betragen die Bestände dagegen 3.724 Milliarden Kubikfuß, rund 1 Prozent über dem Fünfjahresmittel. Das beschreibt die USA, nicht die europäische Gasversorgung.
Für Unternehmen bleibt die Frage, ob niedrigere Tagespreise bereits ihre tatsächlichen Energiekosten senken. Lieferverträge, Absicherung und Transport können diese Wirkung verzögern.
Shell zeigt, wie sich das hohe Energiepreisniveau in einer Bilanz niederschlägt. Im dritten Quartal verdient der Konzern bereinigt 10,814 Milliarden Dollar, nach 5,432 Milliarden im Vorjahresquartal. Aus dem Betrieb fließen 21,043 Milliarden zu. Höhere Raffineriemargen und LNG Preise helfen. Das ist Rückenwind für diesen Anbieter, aber keine Entlastung für Verbraucher oder energieintensive Betriebe. Shells berichteter freier Cashflow von 16,322 Milliarden umfasst auch den gesamten Investitionscashflow und ist nicht dieselbe Rechnung wie operativer Cashflow minus Sachinvestitionen.
Fast fünf Prozent auf zehn Jahre bleiben Konkurrenz für Aktien
Die zehnjährige US Staatsanleihe rentiert am 27. Oktober mit 4,99 Prozent, die zweijährige mit 4,70 Prozent. Die zehnjährige Rendite liegt damit 0,29 Prozentpunkte höher. Beide Werte stammen von vor dem Fed Entscheid. Sie belegen keine spätere Reaktion auf die Sitzung.
Der langfristige Anleihe ETF TLT verliert im Aktienvergleich bis Mittwoch -0,43 %. Sein Kurs ist nicht dasselbe wie eine Anleiherendite. Lange Laufzeiten reagieren stärker auf Änderungen des Zinsniveaus.
Für Aktien erhöht ein hohes sicheres Zinsangebot die Ansprüche an künftige Gewinne. Für hoch verschuldete Unternehmen wird außerdem wichtig, wann Schulden neu finanziert werden müssen. Ein fest verzinster alter Kredit und eine demnächst fällige Anleihe sind wirtschaftlich sehr unterschiedliche Situationen.
Gold und Bitcoin lösen nicht jedes Problem im Depot
GLD als Gold ETF steigt bis Mittwoch +1,88 %, der Silber ETF SLV +0,70 %. Beide liegen dennoch unter ihrem SMA 200. Ein langfristiges Argument für Edelmetalle verhindert keine schwächeren Monate oder Zwischenverluste.
Bitcoin schließt den 28. Oktober bei 81.343,50 USDT. Gegenüber dem UTC Schluss am 23. Oktober sind das rund 0,19 Prozent mehr. Ether liegt mit 2.359,68 USDT etwa 1,17 Prozent tiefer. USDT ist eine andere Notierung als ein garantierter Dollarpreis.
Coinbase und Strategy entwickeln sich im abgeschlossenen US Vergleich ebenfalls nicht zu einem gemeinsamen starken Aufwärtsschub. Für eine breitere Kryptobewegung möchte ich nicht nur einen einzelnen Bitcoin Anstieg sehen, sondern auch mehrere Aktien, die sich länger über ihren wichtigen Durchschnitten halten.
Speichere den Chart vor den Zahlen und vergleiche danach
Microsoft liefert diese Woche ein gutes Beispiel. Vor Handelsbeginn sah das positive Gap freundlich aus. Später notiert die Aktie unter dem Vortag. Wenn du nur den späteren Chart aufrufst, verlierst du leicht aus dem Blick, was du ursprünglich erwartet hattest.
In Atlas kannst du die aktuelle Ansicht als Chartstudie im Journal oder Model Book festhalten und mit einem Playbook verbinden. Notiere dazu, was du sehen willst und woran die Idee scheitern würde. Nach dem Bericht vergleichst du den damaligen Stand mit dem heutigen Chart.
Bei Microsoft wäre eine konkrete Frage gewesen, ob der Eröffnungssprung hält. Bei Okta wäre es die Rückkehr nach der schwachen Eröffnung. So wird aus einer Sammlung schöner Charts eine Auswertung deiner tatsächlichen Beobachtungen. Die Antwort darf auch sein, dass du falsch lagst.
Nicht jede bekannte Aktie gehört automatisch auf eine neue Beobachtungsliste. Beim folgenden Vergleich zählen die Schlusskurse vom 28. Oktober. Eine Erholung am Donnerstag würde diese Einordnung erst dann ändern, wenn daraus eine haltbare neue Struktur entsteht.
| Symbol | Grund | Was sich ändern müsste |
|---|---|---|
| META | Unter SMA 21, 50 und 200; seit Freitag schwächer | Ein Boden und zurückeroberte Durchschnitte, nicht nur ein einzelner grüner Tag. |
| TWLO | Unter SMA 21 und 50; fällt trotz Erholung anderer Softwarewerte | Stabilisierung und eine haltbare Rückkehr über die mittlere Linie. |
| COIN | Unter SMA 21, 50 und 200; bestätigt keinen breiten Kryptoanstieg | Eigene Kursstärke statt allein einer Bewegung bei Bitcoin. |
- Grund
- Unter SMA 21, 50 und 200; seit Freitag schwächer
- Was sich ändern müsste
- Ein Boden und zurückeroberte Durchschnitte, nicht nur ein einzelner grüner Tag.
- Grund
- Unter SMA 21 und 50; fällt trotz Erholung anderer Softwarewerte
- Was sich ändern müsste
- Stabilisierung und eine haltbare Rückkehr über die mittlere Linie.
- Grund
- Unter SMA 21, 50 und 200; bestätigt keinen breiten Kryptoanstieg
- Was sich ändern müsste
- Eigene Kursstärke statt allein einer Bewegung bei Bitcoin.
Anfang November treffen Zinsen, Arbeitsmarkt und KI Nachfrage aufeinander
Nach Amazon, Intel und Sandisk interessiert mich für die nächste Woche, ob die erste vollständige Handelssitzung nach den Zahlen zu einer gehaltenen Bewegung führt. Ein guter Bericht allein ersetzt das nicht. Bei Intel müssen PC Schwäche und Serverwachstum zusammenpassen, bei Sandisk die hohen Erwartungen und der weitere Ausblick. Für AWS bleibt wichtig, ob das schnelle Wachstum auch nach den Investitionen mehr Geld übrig lässt.
Am 2. November folgt der US Industrieindex von ISM. Am 3. November veröffentlicht das BLS die offenen Stellen, AMD berichtet ebenfalls an diesem Tag. Die Bank of England entscheidet am 5. November. Den Abschluss bildet am Freitag, 6. November, der US Arbeitsmarktbericht für Oktober.
Nach der US Zeitumstellung am 1. November beträgt der Abstand zu Deutschland wieder sechs Stunden. Der Arbeitsmarktbericht erscheint um 14:30 Uhr MEZ. Die offenen Stellen kommen am Dienstag um 16:00 Uhr MEZ.
Wenn Anleiherenditen nachgeben und die großen Technologiewerte ihre verlorenen Bereiche zurückerobern, würde das die Erholung stützen. Bleiben die Renditen hoch und halten sich nur einzelne Gesundheitsaktien, wäre die Auswahl enger. CareDx, Okta und Moderna bleiben deshalb mit ihren unterschiedlichen Ausgangslagen im Vergleich. Ein neuer Name muss erst einen guten Grund liefern, sie zu ersetzen.
Diese Ausgabe dient der Information und Vorbereitung. Sie enthält keine persönliche Anlageberatung, Kaufempfehlung oder Zusage einer Rendite.
