Mehr Umsatz. Trotzdem bleibt weniger übrig.
In der letzten Ausgabe ging es um steigende Preise. Diese Woche lohnt sich ein Blick darauf, wofür die Unternehmen ihr Geld ausgeben. Meta wächst kräftig, steckt aber noch mehr Geld in Anlagen und Infrastruktur. Bei Tesla folgt auf den Roadster nun der Bericht zum tatsächlichen Geschäft. Die beiden Geschichten passen zusammen: Eine beeindruckende Zukunft kostet erst einmal Geld.
An der Börse reicht es gerade nicht, die größte Wachstumszahl aus einer Pressemitteilung herauszusuchen. Ich schaue deshalb genauer auf den Mittelzufluss, die Investitionen und die Reaktion der Aktie. Gleichzeitig bleiben unsere bisherigen Beobachtungen im Heft. Der starke Rückgang bei Moderna gehört genauso dazu wie die bessere Entwicklung bei Okta und CareDx.
Die Kursaufnahmen stammen vom Donnerstag, 22. Oktober, zwischen 20:32 und 20:33 Uhr MESZ im laufenden US Handel. Sie sind keine Schlusskurse. Wochenvergleiche beginnen beim Schluss vom 16. Oktober. Wirtschaftsdaten tragen ihr jeweiliges Beobachtungsdatum. Die folgenden Freitagskapitel ergänzen die Meldungen und Kursaufnahme vom 23. Oktober.

Am Freitag fehlt bisher die gemeinsame Erholung
Der neue Abruf vom 23. Oktober um 16:10 Uhr MESZ zeigt ein gemischtes Bild. QQQ liegt +0,11 % zum Donnerstagsschluss, SPY -0,43 % und DIA -1,14 %. Okta und CareDx stehen höher, während Meta und Tesla weiter nachgeben. Eine kleine Erholung im Nasdaq ist damit noch kein gemeinsamer Aufwärtsschub.
Bitcoin steht bei 81.835,94 USDT. MSTR steigt im Tagesvergleich, COIN fällt. Auch hier ziehen die beobachteten Aktien nicht geschlossen mit. Bei Kryptowerten beziehen sich Tagesvergleiche auf den vorherigen UTC Tag; bei US Aktien auf den vorherigen Handelsschluss.
Die Tabelle ist die aktuelle Freitagsaufnahme während des laufenden Handels, kein Wochenschluss. Die anschließenden Chartstudien zeigen die ausdrücklich datierte Donnerstagsaufnahme. So bleibt sichtbar, welche Beobachtung sich bis Freitag verändert hat.
| Symbol | Kurs | Freitag | Seit 16.10. |
|---|---|---|---|
| SPY | 760,70 USD | -0,43 % | -0,33 % |
| QQQ | 705,24 USD | +0,11 % | -0,64 % |
| DIA | 521,87 USD | -1,14 % | +0,53 % |
| IWM | 274,60 USD | -0,75 % | +1,54 % |
| META | 644,54 USD | -0,66 % | -9,13 % |
| TSLA | 370,58 USD | -1,07 % | +4,47 % |
| PG | 162,17 USD | -2,07 % | +1,77 % |
| MRNA | 199,99 USD | -1,30 % | -8,27 % |
| CDNA | 69,85 USD | +1,00 % | +9,14 % |
| OKTA | 209,22 USD | +3,92 % | +11,73 % |
| COIN | 167,30 USD | -1,06 % | -3,39 % |
| MSTR | 148,09 USD | +1,57 % | +8,23 % |
| BTCUSDT | 81.835,94 USDT | +0,52 % | +0,27 % |
| ETHUSDT | 2.408,43 USDT | +0,81 % | -0,62 % |
- Kurs
- 760,70 USD
- Freitag
- -0,43 %
- Seit 16.10.
- -0,33 %
- Kurs
- 705,24 USD
- Freitag
- +0,11 %
- Seit 16.10.
- -0,64 %
- Kurs
- 521,87 USD
- Freitag
- -1,14 %
- Seit 16.10.
- +0,53 %
- Kurs
- 274,60 USD
- Freitag
- -0,75 %
- Seit 16.10.
- +1,54 %
- Kurs
- 644,54 USD
- Freitag
- -0,66 %
- Seit 16.10.
- -9,13 %
- Kurs
- 370,58 USD
- Freitag
- -1,07 %
- Seit 16.10.
- +4,47 %
- Kurs
- 162,17 USD
- Freitag
- -2,07 %
- Seit 16.10.
- +1,77 %
- Kurs
- 199,99 USD
- Freitag
- -1,30 %
- Seit 16.10.
- -8,27 %
- Kurs
- 69,85 USD
- Freitag
- +1,00 %
- Seit 16.10.
- +9,14 %
- Kurs
- 209,22 USD
- Freitag
- +3,92 %
- Seit 16.10.
- +11,73 %
- Kurs
- 167,30 USD
- Freitag
- -1,06 %
- Seit 16.10.
- -3,39 %
- Kurs
- 148,09 USD
- Freitag
- +1,57 %
- Seit 16.10.
- +8,23 %
- BTCUSDT
- Kurs
- 81.835,94 USDT
- Freitag
- +0,52 %
- Seit 16.10.
- +0,27 %
- ETHUSDT
- Kurs
- 2.408,43 USDT
- Freitag
- +0,81 %
- Seit 16.10.
- -0,62 %
Europas Wachstum wird schwächer, die Inflationserwartungen bleiben hoch
Der vorläufige Einkaufsmanagerindex für die gesamte Eurozone fällt im Oktober von 53,1 auf 51,9 Punkte. Reuters berichtet über die heutigen S&P Global Daten und steigende Kosten durch Energie. Oberhalb von 50 wächst die erfasste Aktivität noch, aber langsamer. (Quelle: Reuters / Eurozone PMI).
Die endgültige US Verbraucherstimmung der Universität Michigan liegt bei 48,0 nach 48,1 im September. Die Inflationserwartungen steigen für ein Jahr auf 4,7 Prozent und langfristig auf 3,5 Prozent. Das sind Erwartungen der Befragten, keine gemessenen Inflationsraten. (Quelle: University of Michigan).
Damit wird die Aufgabe der Zentralbanken nicht leichter. Höhere Zinsen verteuern Kredite und können Nachfrage und neue Investitionen bremsen. Sie reparieren keine Raffinerie und schaffen keine zusätzliche Energie. Steigende Kosten zu tolerieren kann wiederum die Erwartung verfestigen, dass Preise dauerhaft schneller steigen. In der nächsten Woche zählt deshalb auch die Begründung der Zinsentscheidung, nicht nur der Zinsschritt selbst.
American Express hebt den Ausblick, SLB wächst mit geringerem Gewinn je Aktie
American Express meldet heute 20,06 Milliarden Dollar Umsatz nach Zinsaufwand, neun Prozent mehr als im Vorjahr. Der ausgewiesene Gewinn je Aktie beträgt 5,42 Dollar, bereinigt 4,68 Dollar. Die bereinigte Jahresprognose steigt auf 17,60 bis 17,90 Dollar je Aktie. Ein Verkaufsgewinn erklärt einen Teil des Abstandes zwischen den beiden Quartalszahlen. (Quelle: American Express / Form 8-K).
SLB erzielt 9,45 Milliarden Dollar Quartalsumsatz, sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Der ausgewiesene Gewinn je Aktie sinkt dagegen von 0,50 auf 0,49 Dollar; bereinigt sind es 0,64 Dollar. Mehr Umsatz führt auch hier nicht automatisch zu mehr ausgewiesenem Gewinn. Für das Energiegeschäft zählen die tatsächlich beauftragten Projekte und deren Profitabilität. (Quelle: SLB / Business Wire).
American Express liefert einen Blick auf die Ausgaben seiner Kunden, SLB auf die Investitionen seiner Auftraggeber. Keines der beiden Unternehmen bildet die gesamte Wirtschaft ab. Beide Berichte helfen aber, die Diskussion über Nachfrage und Investitionsbedarf mit konkreten Geschäftszahlen zu verbinden.
Der Donnerstag trifft den Nasdaq besonders stark
QQQ, der ETF auf den Nasdaq 100, verliert in der Aufnahme 2,98 Prozent zum Vortag. Seit dem vergangenen Freitag sind es dagegen 0,87 Prozent. Beides gehört zusammen: Der Verkauf am Donnerstag nimmt einen Teil der vorherigen Erholung wieder zurück.
Bei SPY beträgt das Tagesminus 1,45 Prozent, beim Dow ETF DIA nur 0,23 Prozent. Kleinere Unternehmen, abgebildet durch IWM, liegen im Wochenvergleich sogar 1,98 Prozent höher. Trotzdem steht IWM unter dem Durchschnitt der letzten 200 Handelstage. Eine bessere Woche allein repariert noch keinen schwachen längerfristigen Trend.
Die Tabelle zeigt ETF Kurse in Dollar und reine Kursveränderungen ohne Ausschüttungen, keine Indexstände.
| Symbol | SMA 200 | Kurs USD | Seit 16.10. | Am Donnerstag |
|---|---|---|---|---|
| SPY | 726,64 | 761,87 | -0,18 % | -1,45 % |
| QQQ | 676,89 | 703,60 | -0,87 % | -2,98 % |
| DIA | 505,07 | 526,50 | +1,43 % | -0,23 % |
| IWM | 278,13 | 275,79 | +1,98 % | -0,25 % |
- SMA 200
- 726,64
- Kurs USD
- 761,87
- Seit 16.10.
- -0,18 %
- Am Donnerstag
- -1,45 %
- SMA 200
- 676,89
- Kurs USD
- 703,60
- Seit 16.10.
- -0,87 %
- Am Donnerstag
- -2,98 %
- SMA 200
- 505,07
- Kurs USD
- 526,50
- Seit 16.10.
- +1,43 %
- Am Donnerstag
- -0,23 %
- SMA 200
- 278,13
- Kurs USD
- 275,79
- Seit 16.10.
- +1,98 %
- Am Donnerstag
- -0,25 %

Bei Meta reichen die Einnahmen nicht mehr für alle Investitionen
Meta meldet 64,60 Milliarden Dollar Quartalsumsatz, 26 Prozent mehr als im Vorjahr. Aus dem laufenden Geschäft fließen 32,79 Milliarden Dollar zu. Investitionen einschließlich Tilgungen von Finanzierungsleasing kosten 34,91 Milliarden. Daraus ergibt sich ein freier Cashflow von minus 2,12 Milliarden, nach plus 10,63 Milliarden im Vorjahr. (Quelle: Metas Quartalsbericht).
Freier Cashflow ist das Geld, das nach diesen Investitionen übrig bleibt. Ein negatives Quartal bedeutet nicht automatisch, dass ein Unternehmen in Schwierigkeiten steckt. Entscheidend ist, ob die zusätzlichen Anlagen später genug einbringen. Die Frage für Aktionäre lautet deshalb: Wie lange steigen die Ausgaben schneller als die Rückflüsse?
Den Gewinn belastet außerdem eine gesonderte Rechtsrückstellung von 9,89 Milliarden Dollar. Sie darf nicht einfach den Kosten für Rechenzentren zugeschlagen werden. Ergebnisrechnung und Zahlungsströme zeigen unterschiedliche Dinge.

Die Meta Aktie fällt zurück an den langfristigen Trend
META steht bei 642,34 Dollar, 7,91 Prozent unter dem Mittwochsschluss. Der Kurs ist unter die 50 Tage Linie bei 662,73 Dollar gefallen. Bis zum SMA 200 bei 632,53 Dollar bleibt nur ein kleiner Abstand.
Der Chart zeigt den Verkaufsdruck nach dem Bericht, aber nicht, welcher einzelne Satz ihn ausgelöst hat. Investitionspläne, Rechtskosten und Erwartungen an das Wachstum wirken gleichzeitig. Aus der zeitlichen Nähe zum Bericht lässt sich keine exakte Aufteilung der Kursreaktion ableiten.
Für eine neue Studie interessiert mich, ob sich oberhalb dieser längerfristigen Linie wieder eine belastbare Handelsspanne bildet. Solange der Verkaufsdruck anhält, ist der niedrigere Preis allein kein Grund, sie attraktiver zu finden.

Nach dem Roadster kommt Teslas Ergebnisrechnung
Tesla erzielt im dritten Quartal 28,05 Milliarden Dollar Umsatz, ungefähr so viel wie vor einem Jahr. Der operative Gewinn fällt um 56 Prozent auf 718 Millionen Dollar. Je Aktie bleiben nach GAAP 0,22 Dollar, bereinigt 0,48 Dollar. Der freie Cashflow ist mit 1,53 Milliarden Dollar positiv. (Quelle: Tesla Bericht, Finanzübersicht).
Letzte Woche stand die Roadster Vorstellung im Mittelpunkt. Jetzt lässt sich prüfen, wie viel das heutige Geschäft verdient. Ein neues Modell kann interessant sein, während die laufende Profitabilität gleichzeitig nachgibt. Wer beides vermischt, bezahlt womöglich schon für Gewinne, die erst noch entstehen müssen.
TSLA liegt im Wochenvergleich 6,14 Prozent höher. Am Donnerstag gibt die Aktie jedoch 2,58 Prozent ab und steht mit 376,49 Dollar unter dem SMA 200 bei 386,65 Dollar. Für unsere Suche nach starken Aufwärtstrends bleibt sie damit außerhalb der engeren Auswahl.

SpaceX wächst inzwischen vor allem außerhalb des Raketengeschäfts
SpaceX meldet 14,58 Milliarden Dollar Quartalsumsatz. Davon stammen 7,56 Milliarden aus dem Bereich Super Intelligence, 5,25 Milliarden aus Connectivity und 1,77 Milliarden aus Space. Die gesamten Investitionen erreichen 19,59 Milliarden Dollar. Davon entfallen 16,44 Milliarden auf Super Intelligence. (Quelle: SpaceX Bericht bei der SEC).
Das führt die Frage aus der letzten Ausgabe weiter: Wer SPCX untersucht, bewertet inzwischen sehr unterschiedliche Geschäfte in einem Unternehmen. Wiederkehrende Verbindungserlöse, Startdienstleistungen und der Aufbau von Rechenkapazität haben andere Kosten und Risiken. Ein erfolgreicher Raketenstart beantwortet nicht die Frage nach der Rendite der gesamten Investitionen.
Die Aktie fällt am Donnerstag um 8,86 Prozent auf 145,19 Dollar und liegt unter ihrem 50 Tage Durchschnitt. Für einen SMA 200 fehlen noch genügend Handelstage. Ich ersetze diesen fehlenden Wert nicht durch eine scheinbar ähnliche kürzere Linie.

Die übrigen Raumfahrtaktien bleiben schwach
RKLB, ASTS, PL und LUNR stehen weiterhin unter ihren jeweiligen 200 Tage Durchschnitten. Seit dem vergangenen Freitag verliert ASTS 6,16 Prozent, LUNR 5,31 Prozent und PL 4,42 Prozent. Bei RKLB sind es 0,77 Prozent.
Die Unternehmen bleiben als Studien interessant. Daraus entsteht aber noch kein guter Zeitpunkt für einen Kauf. Bei jungen Infrastrukturgeschäften muss der Finanzierungsbedarf zum verfügbaren Geld und zu realistisch erreichbaren Umsätzen passen. Steigt der Kapitalbedarf schneller, können neue Aktien oder zusätzliche Schulden nötig werden.
Wir führen die Werte weiter, statt sie wegen einer schlechten Woche aus der Liste zu streichen. Für unseren trendfolgenden Ansatz ist die Lage unter dem SMA 200 ein Ausschlussgrund für neue Long Kandidaten, keine Aussage über den langfristigen gesellschaftlichen Nutzen der Projekte.
| Symbol | SMA 200 | Kurs USD | Seit 16.10. | Am Donnerstag |
|---|---|---|---|---|
| SPCX | Noch nicht berechenbar | 145,19 | -0,58 % | -8,86 % |
| RKLB | 80,74 | 50,45 | -0,77 % | -6,00 % |
| ASTS | 79,06 | 38,16 | -6,16 % | -6,71 % |
| PL | 27,04 | 12,96 | -4,42 % | -5,47 % |
| LUNR | 20,00 | 10,21 | -5,31 % | -6,43 % |
- SMA 200
- Noch nicht berechenbar
- Kurs USD
- 145,19
- Seit 16.10.
- -0,58 %
- Am Donnerstag
- -8,86 %
- SMA 200
- 80,74
- Kurs USD
- 50,45
- Seit 16.10.
- -0,77 %
- Am Donnerstag
- -6,00 %
- SMA 200
- 79,06
- Kurs USD
- 38,16
- Seit 16.10.
- -6,16 %
- Am Donnerstag
- -6,71 %
- SMA 200
- 27,04
- Kurs USD
- 12,96
- Seit 16.10.
- -4,42 %
- Am Donnerstag
- -5,47 %
- SMA 200
- 20,00
- Kurs USD
- 10,21
- Seit 16.10.
- -5,31 %
- Am Donnerstag
- -6,43 %
Netflix wächst, Procter & Gamble verkauft mehr Ware
Netflix meldet 12,87 Milliarden Dollar Umsatz, 11,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die operative Marge erreicht 34,6 Prozent. Das Unternehmen weist darauf hin, dass auch die zeitliche Verteilung von Ausgaben geholfen hat. Für das Gesamtjahr nennt es 51,1 Milliarden Dollar Umsatz und 31,5 Prozent operative Marge. (Quelle: Netflix Aktionärsbrief).
Procter & Gamble steigert den Quartalsumsatz um vier Prozent auf 23,28 Milliarden Dollar. Das Absatzvolumen nimmt um 2,4 Prozent zu, der Preiseffekt beträgt nur 0,4 Prozent. Der ausgewiesene Gewinn je Aktie liegt bei 1,97 Dollar, der bereinigte bei 2,00 Dollar. (Quelle: P&G Quartalsbericht).
Das ist ein nützlicher Vergleich: Bei P&G besteht das Wachstum nicht nur aus höheren Preisen. Bei Netflix sollte man eine besonders gute Quartalsmarge nicht ungeprüft auf jedes kommende Quartal übertragen. Die Aktien reagieren ebenfalls unterschiedlich. NFLX erholt sich am Donnerstag, liegt aber weiterhin 4,81 Prozent unter dem vergangenen Freitag.
Unsere neun Beobachtungen bleiben im Vergleich
Okta gewinnt seit dem vergangenen Freitag 7,38 Prozent, CareDx 6,43 Prozent und CrowdStrike 4,66 Prozent. Moderna verliert dagegen 13,88 Prozent. Auch Micron und Marvell liegen tiefer.
Diese Übersicht beschreibt die Entwicklung der Aktien, nicht erzielte Gewinne eines Depots. Wir hatten die Titel als Studien weiterverfolgt, nicht jeden davon gekauft. Die gemeinsame Basis ist diesmal der vollständige Schlusskurs vom 16. Oktober. Dadurch lässt sich die neue Woche vergleichen, ohne alte Intradayaufnahmen mit Schlusskursen zu verwechseln.
Die drei folgenden Charts zeigen, warum ein positiver Wochenvergleich allein nicht genügt. Die Frage ist jeweils, was von der Erholung nach einem schwachen Tag übrig bleibt.
| Symbol | SMA 200 | Kurs USD | Seit 16.10. | Am Donnerstag |
|---|---|---|---|---|
| MRNA | 81,27 | 187,75 | -13,88 % | -23,62 % |
| MU | 729,43 | 860,36 | -2,10 % | -5,83 % |
| MRVL | 178,81 | 221,20 | -2,91 % | -9,63 % |
| CRWD | 162,93 | 237,99 | +4,66 % | -0,56 % |
| OKTA | 120,75 | 201,09 | +7,38 % | -3,62 % |
| PANW | 263,97 | 356,15 | +4,14 % | +2,56 % |
| TWLO | 185,34 | 252,71 | +3,41 % | -5,24 % |
| CDNA | 32,01 | 68,12 | +6,43 % | -3,71 % |
| NTRA | 260,85 | 395,70 | +0,57 % | -4,28 % |
- SMA 200
- 81,27
- Kurs USD
- 187,75
- Seit 16.10.
- -13,88 %
- Am Donnerstag
- -23,62 %
- SMA 200
- 729,43
- Kurs USD
- 860,36
- Seit 16.10.
- -2,10 %
- Am Donnerstag
- -5,83 %
- SMA 200
- 178,81
- Kurs USD
- 221,20
- Seit 16.10.
- -2,91 %
- Am Donnerstag
- -9,63 %
- SMA 200
- 162,93
- Kurs USD
- 237,99
- Seit 16.10.
- +4,66 %
- Am Donnerstag
- -0,56 %
- SMA 200
- 120,75
- Kurs USD
- 201,09
- Seit 16.10.
- +7,38 %
- Am Donnerstag
- -3,62 %
- SMA 200
- 263,97
- Kurs USD
- 356,15
- Seit 16.10.
- +4,14 %
- Am Donnerstag
- +2,56 %
- SMA 200
- 185,34
- Kurs USD
- 252,71
- Seit 16.10.
- +3,41 %
- Am Donnerstag
- -5,24 %
- SMA 200
- 32,01
- Kurs USD
- 68,12
- Seit 16.10.
- +6,43 %
- Am Donnerstag
- -3,71 %
- SMA 200
- 260,85
- Kurs USD
- 395,70
- Seit 16.10.
- +0,57 %
- Am Donnerstag
- -4,28 %

Moderna ist keine enge Konsolidierung mehr
MRNA verliert am Donnerstag 23,62 Prozent auf 187,75 Dollar. Die Aktie liegt damit unter ihrem 21 Tage Durchschnitt bei 208,97 Dollar, aber noch über der 50 Tage Linie bei 168,12 Dollar. Der Abstand zum SMA 200 ist weiterhin groß. Das macht den Einbruch nicht harmlos.
Eine Konsolidierung, aus der sich ein kontrollierbarer Einstieg entwickeln soll, sieht anders aus als dieser starke Verkauf. Die frühere Beobachtung muss deshalb angepasst werden. Zuerst braucht es eine neue, nachvollziehbare Handelsspanne. Ein hohes altes Hoch ist kein Beleg dafür, dass der Kurs dorthin zurückkehrt.
Moderna hat Präsentationen beim ESMO Kongress vom 23. bis 27. Oktober angekündigt. Die Auswertung der Originaldaten ist wichtiger als kursierende Ausschnitte. Aus der Kursbewegung allein lässt sich kein medizinisches Studienergebnis ableiten. (Quelle: Mitteilung von Moderna).

CareDx hält sich besser als der Markt
CDNA liegt mit 68,12 Dollar über dem 21 Tage Durchschnitt von 65,41 Dollar und über dem SMA 200 bei 32,01 Dollar. Trotz eines Tagesverlusts von 3,71 Prozent bleibt seit Freitag ein Plus von 6,43 Prozent.
Das ist relative Stärke: Die Aktie entwickelt sich im selben Zeitraum besser als der breite Markt. Es ist keine Garantie für den nächsten Tag. Gerade nach einem starken Anstieg können einzelne Rückgänge größer ausfallen, als sie in einer Wochenstatistik wirken.
In der nächsten Beobachtung zählt, ob CareDx die jüngste Handelsspanne halten kann und der Rückgang begrenzt bleibt. Fällt die Aktie ebenfalls deutlich unter ihre kurzfristigen Durchschnitte, verliert das Argument der stabileren Entwicklung an Gewicht.

Okta liegt im Wochenplus, aber unter dem kurzen Durchschnitt
OKTA steht bei 201,09 Dollar und hat seit Freitag 7,38 Prozent gewonnen. Der Donnerstag kostet davon 3,62 Prozent. Die Aktie liegt über dem 50 Tage Durchschnitt bei 183,84 Dollar, aber unter dem 21 Tage Durchschnitt bei 209,73 Dollar.
Das ist eine Erholung innerhalb eines zuvor beschädigten kurzfristigen Trends. Für eine belastbarere Fortsetzung müsste Okta wieder Käufer oberhalb des kurzen Durchschnitts finden und diese Preise anschließend halten. Der Wochengewinn allein sagt noch nicht, dass der Rückgang abgeschlossen ist.
CareDx und Okta gehören deshalb nicht in dieselbe Schublade. Beide zeigen ein Wochenplus, doch ihre Lage zu den kurzfristigen Durchschnitten unterscheidet sich. Genau deshalb sehen wir uns nach der Liste immer den Chart an.

Diese Namen bleiben vorerst außerhalb der engeren Auswahl
Tesla, Netflix, Lam Research, Coinbase und Rocket Lab stehen in unserer Aufnahme unter dem SMA 200. Für den hier verwendeten Ansatz suchen wir neue Long Kandidaten oberhalb dieses längerfristigen Trends. Das ist eine Arbeitsregel für diese Auswahl, keine allgemeine Behauptung, dass jede Aktie darunter wertlos oder für jede Anlagestrategie ungeeignet wäre.
Bei LRCX fällt zusätzlich der Tagesverlust von 11,43 Prozent auf. Bei COIN kommt ein Rückgang von 5,55 Prozent hinzu. Ein bekannter Firmenname oder ein großes Zukunftsthema ersetzt die fehlende Kursstärke nicht. Erst eine veränderte Chartlage würde die Auswahl ändern.
| Symbol | SMA 200 | Kurs USD | Seit 16.10. | Am Donnerstag |
|---|---|---|---|---|
| TSLA | 386,65 | 376,49 | +6,14 % | -2,58 % |
| NFLX | 82,40 | 67,14 | -4,81 % | +3,22 % |
| LRCX | 283,30 | 231,01 | -12,48 % | -11,43 % |
| COIN | 180,90 | 167,25 | -3,42 % | -5,55 % |
| RKLB | 80,74 | 50,45 | -0,77 % | -6,00 % |
- SMA 200
- 386,65
- Kurs USD
- 376,49
- Seit 16.10.
- +6,14 %
- Am Donnerstag
- -2,58 %
- SMA 200
- 82,40
- Kurs USD
- 67,14
- Seit 16.10.
- -4,81 %
- Am Donnerstag
- +3,22 %
- SMA 200
- 283,30
- Kurs USD
- 231,01
- Seit 16.10.
- -12,48 %
- Am Donnerstag
- -11,43 %
- SMA 200
- 180,90
- Kurs USD
- 167,25
- Seit 16.10.
- -3,42 %
- Am Donnerstag
- -5,55 %
- SMA 200
- 80,74
- Kurs USD
- 50,45
- Seit 16.10.
- -0,77 %
- Am Donnerstag
- -6,00 %
Die Finanzierung bleibt teuer, auch wenn Anleihen steigen
Die zuletzt abgerufenen offiziellen Tageswerte zeigen am 20. Oktober 5,12 Prozent Rendite für zehnjährige und 4,79 Prozent für zweijährige US Staatsanleihen. Am 16. Oktober waren es 5,09 und 4,74 Prozent. Das sind datierte Tageswerte, keine Livekurse vom Donnerstag. (Quelle: FRED: zehn Jahre), (Quelle: FRED: zwei Jahre).
Für Unternehmen mit großem Investitionsbedarf zählt nicht nur der nächste Zinsschritt. Entscheidend sind auch die Laufzeit der Finanzierung, Kreditaufschläge und die Frage, wann bestehende Schulden erneuert werden müssen. Hohe künftige Gewinne sind weniger wert, wenn Anleger bis dahin höhere Zinsen verlangen.
Der Arbeitsmarkt gibt gleichzeitig keinen eindeutigen Grund für schnelle Entlastung. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fallen für die Woche bis 17. Oktober auf 194.000, nach revidierten 200.000. Wenige Entlassungen sind jedoch nicht dasselbe wie kräftige Neueinstellungen. (Quelle: US Arbeitsministerium).
Beim Öl reicht ein niedrigerer Tagespreis noch nicht
Der WTI Spotpreis fällt vom 19. auf den 20. Oktober von 110,01 auf 107,89 Dollar je Barrel. Er liegt damit weiter auf hohem Niveau. Diese Reihe beschreibt einen amerikanischen Rohölpreis und keinen europäischen Dieselpreis. (Quelle: FRED und EIA).
Am 20. Oktober verlängert die EPA eine befristete Ausnahme für bestimmte Kraftstoffvorgaben in Kalifornien und Arizona. Sie verweist auf Probleme bei Lieferungen und Raffineriekapazitäten. (Quelle: EPA Mitteilung).
Solche Maßnahmen können die Beschaffung erleichtern, bauen aber keine beschädigte Anlage wieder auf. Für Verbraucher und Firmen zählt, ob Rohöl tatsächlich verarbeitet und als Kraftstoff geliefert werden kann. Bleiben die Aufschläge für fertige Produkte hoch, kommt eine Entspannung am Rohölmarkt nicht vollständig an der Zapfsäule an.
Die amerikanischen Gaslager liegen knapp über dem Durchschnitt
Die EIA meldet für den 16. Oktober 3.644 Milliarden Kubikfuß Gas in amerikanischen Speichern. Das sind 77 Milliarden mehr als eine Woche zuvor und ein Prozent mehr als im Fünfjahresdurchschnitt. Gegenüber dem Vorjahr fehlen dagegen vier Prozent. Der Bericht wurde am 22. Oktober veröffentlicht. (Quelle: EIA Speicherbericht).
Beide Vergleiche sind richtig. Wer nur die Veränderung zur Vorwoche liest, sieht den saisonalen Lageraufbau, aber noch nicht die Versorgungslage für einen kalten Winter. Wetter, laufende Förderung und Exportnachfrage bleiben wichtig.
Für Europa lässt sich dieser Bestand nicht einfach übernehmen. Amerikanisches Gas muss für einen Export verflüssigt, verschifft und am Ziel wieder eingespeist werden. Gut gefüllte US Lager garantieren deshalb keinen niedrigen europäischen Gaspreis.
Bitcoin bestätigt die Erholung noch nicht
Bitcoin steht auf Binance bei 81.235,36 USDT. Seit dem UTC Tagesschluss vom 16. Oktober sind das minus 0,47 Prozent. Am Donnerstag beträgt der Rückgang 3,40 Prozent. Die Notierung liegt unter dem Durchschnitt der letzten 50 Kalendertage bei 81.820,56 USDT. Ethereum liegt mit 2.379,64 USDT ebenfalls unter seinem 50 Tage Durchschnitt.
Die Verknüpfung mit den Aktien bleibt uneinheitlich. MSTR liegt seit Freitag fünf Prozent höher, verliert am Donnerstag aber 6,39 Prozent. COIN steht im Wochenminus und unter seinem SMA 200. Daraus lässt sich noch keine gemeinsame starke Aufwärtsbewegung ableiten.
Bei Krypto werden Wochenenden mitgerechnet. USDT ist die Notierungswährung dieses Handelspaars und wird hier nicht als identischer Dollar Kassakurs ausgegeben. Für eine überzeugendere Fortsetzung müsste die Erholung sowohl im Coin als auch bei den beobachteten Aktien länger als einen einzelnen Tag tragen.
Gold, Silber und lange Anleihen laufen auseinander
Der Gold ETF GLD verliert seit Freitag 3,16 Prozent, der Silber ETF SLV 3,96 Prozent. TLT, ein ETF auf lange US Staatsanleihen, steigt dagegen 2,30 Prozent. Die Zahlen beziehen sich auf ETF Kurse ohne Ausschüttungen und nicht auf die Kassapreise der Metalle.
Das erinnert an die Grenze einfacher Etiketten wie Inflationsschutz. Gold und Silber können langfristig eine andere Rolle spielen als im nächsten Wochenvergleich. Silber hängt zusätzlich an industrieller Nachfrage. Lange Anleihen reagieren stark auf veränderte Renditeerwartungen und können auch bei weiterhin hohen absoluten Zinsen steigen.
Für ein Depot ist deshalb die Aufgabe jeder Position entscheidend. Wer Geld kurzfristig benötigt, sollte nicht darauf angewiesen sein, dass ein schwankendes Asset genau in dieser Woche seine Schutzfunktion erfüllt.
Nächste Woche treffen Zinsen auf neue Geschäftszahlen
Am 28. Oktober endet die nächste Fed Sitzung. Am 29. Oktober folgt die Europäische Zentralbank. Am selben Donnerstag veröffentlicht das US Statistikamt für Wirtschaftsdaten die erste Schätzung des US Wachstums im dritten Quartal sowie Einkommen, Ausgaben und PCE Preise für September. Der PCE Preisindex misst die Preisentwicklung der Konsumausgaben und ist für die Fed besonders relevant.
Sandisk und Illumina haben ebenfalls Berichte für den 29. Oktober angekündigt. Bei Sandisk interessiert nach den bisherigen Speicherzahlen, wie Nachfrage, Preise und Investitionen zusammenpassen. Bei Illumina geht es darum, ob sich die Geschäftsentwicklung mit der Stärke einzelner Diagnostikaktien deckt.
| Datum | Termin | Bedeutung |
|---|---|---|
| 28.10. | Fed: Zinsentscheidung | Begründung der Entscheidung und Inflationsrisiken |
| 29.10. | Europäische Zentralbank: Zinsentscheidung | Energiepreise, Kreditkosten und Konjunktur |
| 29.10. | USA: BIP und persönliche Ausgaben | Wachstum im dritten Quartal und PCE Preise im September |
| 29.10. | Sandisk und Illumina: Quartalsberichte | Speichernachfrage und Diagnostikgeschäft |
- 28.10.
- Termin
- Fed: Zinsentscheidung
- Bedeutung
- Begründung der Entscheidung und Inflationsrisiken
- 29.10.
- Termin
- Europäische Zentralbank: Zinsentscheidung
- Bedeutung
- Energiepreise, Kreditkosten und Konjunktur
- 29.10.
- Termin
- USA: BIP und persönliche Ausgaben
- Bedeutung
- Wachstum im dritten Quartal und PCE Preise im September
- 29.10.
- Termin
- Sandisk und Illumina: Quartalsberichte
- Bedeutung
- Speichernachfrage und Diagnostikgeschäft
Was die nächste Woche besser machen müsste
Ein freundlicher erster Handelstag würde mir noch nicht reichen. Bei Meta und dem Nasdaq müsste der Verkaufsdruck nachlassen, während die stärkeren Aktien ihre Erholung halten. CareDx, Okta und die Werte aus unserer bisherigen Liste bleiben dafür die konkreten Vergleichspunkte.
Entspannung wäre plausibler, wenn Energiekosten nachgeben, Unternehmen ihre Investitionen aus steigenden Mittelzuflüssen finanzieren können und sich die Kursstärke auf mehr Aktien verteilt. Bleiben Finanzierung und Energie teuer, während Margen oder Zahlungsströme nachgeben, wird die Auswahl schwieriger. Das sind zwei prüfbare Möglichkeiten, keine Vorhersage des nächsten Wochenendes.
Der wichtigste Unterschied liegt diesmal zwischen Wachstum und dem Geld, das davon übrig bleibt. Genau darauf werde ich bei den nächsten Berichten achten. Das Magazin dient der Einordnung und eigenen Recherche, nicht als persönliche Anlageberatung.


