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WickedDesk Weekly

AMD wächst. Chipaktien brechen ein.

AMD meldet Rekordumsatz, zwei Tage später verliert die Aktie 17,3 Prozent. Was der Wahlsieg der Demokraten für Rechenzentren bedeuten könnte, warum Öl wieder stieg und welche Aktien sich dem Ausverkauf widersetzten.

Ausgabe #0218 Min. Lesezeit
WickedDesk Weekly #021: AMD wächst. Chipaktien brechen ein.
Das Wichtigste
  1. 01Die Demokraten gewinnen beide Kongresskammern. Nach der Erholung am Mittwoch fällt der Nasdaq Composite am Donnerstag um 5,52 Prozent.
  2. 02AMD meldet 45 Prozent Umsatzwachstum, verliert am Donnerstag aber 17,26 Prozent. AppLovin steigt nach seinem Bericht um 31,04 Prozent.
  3. 03US Anleiherenditen sinken, während Brent nach neuen Tankerangriffen wieder über 98 Dollar steigt.
01Kurzfassung

Der Donnerstag macht den Mittwoch zunichte

AMD meldete am Dienstag 13,38 Milliarden Dollar Umsatz, einen Rekord. Am Mittwoch schloss die Aktie noch im Plus. Am Donnerstag fiel sie um 17,3 Prozent. Das ist der Widerspruch dieser Woche: Das Geschäft mit Rechenzentren wächst, während Anleger deutlich weniger für die Aktien der Zulieferer zahlen. Im Nasdaq Composite blieben zum Donnerstagsschluss 24.315 Punkte, 5,52 Prozent weniger als am Vorabend.

AMD wächst. Chipaktien brechen ein.
AMD wächst. Chipaktien brechen ein.
02Thema

Die Demokraten gewinnen beide Kammern

Bei den US Zwischenwahlen am 3. November holten die Demokraten nach den vorliegenden Ergebnissen die Mehrheiten im Repräsentantenhaus und im Senat. Am Mittwoch stiegen die großen US Indizes zunächst. Der Abverkauf kam am Donnerstag. Wer beide Tage betrachtet, kann aus dem Wahlergebnis allein keine Erklärung für die Kursbewegung ableiten. Donald Trump bleibt Präsident. Die neuen Mehrheiten können Ausschüsse und Anhörungen prägen, aber ein Wahlsieg ist noch kein neues Gesetz.

03Thema

Was sich für Rechenzentren ändern könnte

In Texas gewann Gina Hinojosa die Gouverneurswahl. Sie hatte sich im Wahlkampf für einen längeren Genehmigungsstopp ausgesprochen. Dort geht es um konkrete Fragen: Wer bezahlt den Netzausbau? Wie viel Wasser steht zur Verfügung? Welche Projekte erhalten überhaupt einen Stromanschluss? Solche Entscheidungen können Bestellungen für Chips, Server und optische Bauteile verschieben. Einen landesweiten Baustopp kann man daraus nicht ableiten. Der nächste belastbare Hinweis wäre ein tatsächlich geänderter Zeitplan oder Investitionsausblick eines Betreibers.

04Thema

OpenAI sagt zu, die Netzkosten selbst zu tragen

OpenAI hat am Donnerstag angekündigt, bei künftigen eigenen und selbst betriebenen Rechenzentren den Strom und die nötige Infrastruktur vollständig zu bezahlen. Für jeden Standort soll es eine Vereinbarung mit der Gemeinde geben. Außerdem will das Unternehmen Strom- und Wasserverbrauch je Standort veröffentlichen. Das sind Zusagen von OpenAI, keine bereits umgesetzten Auflagen für die gesamte Branche. Für die Zulieferer zählt, ob daraus andere Bauzeiten oder Bestellmengen folgen.

05Markt

Die Verluste gingen über Chipaktien hinaus

Der S&P 500 verlor am Donnerstag 4,36 Prozent, der Dow 3,44 Prozent und der Russell 2000 rund 4,4 Prozent. Auch kleinere Unternehmen standen damit unter Druck. Der VIX, der die erwartete Schwankung des S&P 500 aus Optionspreisen ableitet, stieg von 16,61 auf 28,18. Der QQQ schloss in Atlas bei 647,05 Dollar, am Tief seiner Tageskerze. Sein Volumen war gut doppelt so hoch wie am Mittwoch.

  • Donnerstag
    -4,41 %
    Seit 30.10.
    -3,01 %
    Schluss in USD
    733,00
  • Donnerstag
    -6,49 %
    Seit 30.10.
    -6,29 %
    Schluss in USD
    647,05
  • Donnerstag
    -4,59 %
    Seit 30.10.
    -2,99 %
    Schluss in USD
    270,98
QQQ: Tageschart bis Donnerstagsschluss
QQQ: Tageschart bis Donnerstagsschluss
06Thema

Basiskonsum hielt sich besser, verlor aber auch

Alle elf beobachteten US Sektor ETFs fielen am Donnerstag. Kommunikation, Versorger und Basiskonsum verloren jeweils weniger als ein Prozent. Technologie gab 8,0 Prozent ab. Seit dem vorherigen Freitag liegt Kommunikation noch 4,44 Prozent im Plus, Technologie 9,54 Prozent im Minus. Das sind Kursveränderungen der ETFs und keine Aussagen darüber, wie viele Aktien in jeder Gruppe gestiegen sind.

  • Kommunikation
    ETF
    XLC
    Donnerstag
    -0,59 %
    Seit 30.10.
    +4,44 %
  • Versorger
    ETF
    XLU
    Donnerstag
    -0,71 %
    Seit 30.10.
    -0,30 %
  • Basiskonsum
    ETF
    XLP
    Donnerstag
    -0,75 %
    Seit 30.10.
    +2,05 %
  • Immobilien
    ETF
    XLRE
    Donnerstag
    -1,82 %
    Seit 30.10.
    +2,62 %
  • Gesundheit
    ETF
    XLV
    Donnerstag
    -2,50 %
    Seit 30.10.
    +0,02 %
  • Finanzen
    ETF
    XLF
    Donnerstag
    -2,87 %
    Seit 30.10.
    +1,75 %
  • Grundstoffe
    ETF
    XLB
    Donnerstag
    -2,91 %
    Seit 30.10.
    -0,78 %
  • Energie
    ETF
    XLE
    Donnerstag
    -2,98 %
    Seit 30.10.
    -11,98 %
  • Zyklischer Konsum
    ETF
    XLY
    Donnerstag
    -3,83 %
    Seit 30.10.
    +1,96 %
  • Industrie
    ETF
    XLI
    Donnerstag
    -4,12 %
    Seit 30.10.
    -2,95 %
  • Technologie
    ETF
    XLK
    Donnerstag
    -8,00 %
    Seit 30.10.
    -9,54 %
07Thema

Halbleiter verlieren mehr als der Nasdaq

Der Halbleiter ETF SMH fiel am Donnerstag um 11,21 Prozent und seit dem Schluss am 30. Oktober um 14,31 Prozent. Nvidia verlor 9,26 Prozent, AMD 17,26 Prozent. Der Rückgang traf damit auch Unternehmen, die am Donnerstag selbst keine Quartalszahlen meldeten. Für die nächste Woche lohnt sich der direkte Vergleich mit QQQ: Wenn der Nasdaq anzieht, der Halbleiter ETF aber nicht, ist die Erholung im Chipsektor noch nicht angekommen.

  • Donnerstag
    -11,21 %
    Seit 30.10.
    -14,31 %
    Schluss in USD
    447,73
  • Donnerstag
    -17,26 %
    Seit 30.10.
    -19,89 %
    Schluss in USD
    404,40
  • Donnerstag
    -9,26 %
    Seit 30.10.
    -11,26 %
    Schluss in USD
    181,60
  • Donnerstag
    -9,49 %
    Seit 30.10.
    -4,88 %
    Schluss in USD
    156,75
SMH: Tageschart bis Donnerstagsschluss
SMH: Tageschart bis Donnerstagsschluss
08Thema

AMD erwartet rund 17 Milliarden Dollar Umsatz

AMD steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 45 Prozent. Das Rechenzentrumsgeschäft legte um 97 Prozent auf rund 8,5 Milliarden Dollar zu. Für das laufende Quartal erwartet AMD rund 17 Milliarden Dollar Gesamtumsatz, mit einer Spanne von drei Prozent um diesen Wert. Das ist die Prognose des Unternehmens. Der Donnerstagsschluss bei 404,40 Dollar lag unter dem Durchschnitt der letzten 200 Handelstage von rund 415 Dollar. Ein höherer Ausblick hat diese Kursmarke nicht gehalten.

AMD: Tageschart bis Donnerstagsschluss
AMD: Tageschart bis Donnerstagsschluss
09Thema

Qualcomm verliert trotz Zusammenarbeit mit Amazon

Qualcomm meldete für sein viertes Geschäftsquartal 2,17 Dollar bereinigten Gewinn je Aktie, nach 3,00 Dollar im Vorjahr. Zugleich kündigte das Unternehmen eine Zusammenarbeit mit Amazon über mehrere Produktgenerationen für KI Rechenzentren an. Die Aussicht auf ein weiteres Geschäftsfeld änderte am Donnerstag wenig: QCOM verlor 9,49 Prozent. Die Aktie erholte sich von 148,25 Dollar im Tief auf 156,75 Dollar zum Schluss, blieb aber klar unter dem Mittwochsschluss.

QCOM: Tageschart bis Donnerstagsschluss
QCOM: Tageschart bis Donnerstagsschluss
10Thema

Marvell und Lumentum: Der Kaufpreis bewegt sich mit

Marvell kündigte am Montag an, Lumentum in einem reinen Aktientausch zu übernehmen. Für eine Lumentum Aktie sind 4,5 Marvell Aktien vorgesehen. Die bei der Ankündigung genannten rund 115 Milliarden Dollar sind der damalige rechnerische Unternehmenswert, kein fester Barbetrag. Bei 133,55 Dollar für Marvell am Donnerstag entsprach das Umtauschverhältnis rund 601 Dollar je Lumentum Aktie. Lumentum schloss bei 509,70 Dollar. Der Abstand ist kein garantierter Gewinn: Der Käuferkurs schwankt, und der Abschluss steht noch aus. Lumentum hatte schon am Montag separat 1,26 Milliarden Dollar Quartalsumsatz gemeldet.

LITE: Tageschart bis Donnerstagsschluss
LITE: Tageschart bis Donnerstagsschluss
11Thema

AppLovin hält den Sprung bis zum Schluss

AppLovin meldete 2,185 Milliarden Dollar Umsatz, 55 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Nettogewinn stieg um 72 Prozent auf 1,44 Milliarden Dollar. Am nächsten Morgen eröffnete APP bei 349,83 Dollar, nach 271,75 Dollar am Vorabend. Die Aktie gab den Sprung im Tagesverlauf nicht her und schloss bei 356,10 Dollar. So sieht relative Stärke an diesem Donnerstag aus. Für ein neues Setup fehlt aber noch eine engere Handelsspanne, und der Kurs liegt weiterhin unter seinem Durchschnitt über 200 Handelstage.

APP: Tageschart bis Donnerstagsschluss
APP: Tageschart bis Donnerstagsschluss
12Thema

Airbnb hebt den Jahresausblick an

Airbnb meldete am Donnerstag 4,9 Milliarden Dollar Quartalsumsatz, 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Die gebuchten Nächte und Plätze stiegen um 16 Prozent. Das Unternehmen hob seine Erwartungen für das Umsatzwachstum und die bereinigte EBITDA Marge im Gesamtjahr an. Die Meldung kam nach dem regulären Handel. Der Donnerstagsschluss kann deshalb nicht als Reaktion auf diesen Bericht gelesen werden.

13Thema

London und Sydney erhöhen die Zinsen

Die Bank of England erhöhte den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent. Die britische Inflation lag im September bei 3,5 Prozent. Für Mitte 2027 rechnet die Notenbank unter ihren Annahmen mit rund fünf Prozent, vor allem wegen der Energiepreise. Auch Australiens Zentralbank hob ihren Leitzins an, auf 4,85 Prozent. Im Euroraum stieg die Teuerung nach der vorläufigen Eurostat Schätzung von 3,8 auf 4,0 Prozent. Das war eine Inflationsmeldung, kein neuer EZB Beschluss.

14Thema

US Anleiherenditen sinken mitten im Ausverkauf

Die zehnjährige US Rendite fiel von 4,90 auf 4,84 Prozent. Bei zweijährigen Papieren ging es von 4,58 auf 4,46 Prozent. Die Renditen stammen vom US Finanzministerium; es sind keine intraday Höchst- oder Tiefststände. Fallende Renditen und gleichzeitig fallende Technologieaktien passen hier nicht zu der Erklärung, steigende US Zinsen hätten den Donnerstag allein ausgelöst. Der Arbeitsmarktbericht am Freitag kann die Zinsbewegung noch einmal verändern.

15Thema

Brent steigt nach neuen Tankerangriffen

Brent Futures stiegen am Donnerstag um 3,88 Prozent auf 98,29 Dollar je Fass. WTI legte um 2,72 Prozent auf 90,52 Dollar zu. Neue Angriffe auf Tanker rückten die Sicherheit der Lieferwege wieder in den Vordergrund. Energieaktien folgten dem Ölpreis nicht: XLE verlor fast drei Prozent. Beim US Erdgas meldete die EIA für die Woche bis zum 30. Oktober einen Lageraufbau um 77 Milliarden Kubikfuß. Die Bestände lagen damit 1,4 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt, aber unter dem Vorjahr.

16Thema

Bitcoin fällt, Coinbase verliert stärker

Auf Coinbase fiel BTC/USD vom Mittwochsschluss bei rund 80.428 Dollar auf 75.969 Dollar am Ende des Donnerstags nach UTC. Das entspricht rund 5,55 Prozent. COIN verlor im regulären US Handel 9,69 Prozent. Die Messfenster enden zu unterschiedlichen Uhrzeiten. Beide Bewegungen zeigen aber, dass der Donnerstag auch für Krypto und börsennotierte Krypto Unternehmen schwach war. Die Zone um 80.000 Dollar ist nach dem Rückgang ein naheliegender Vergleichspunkt, keine Prognose.

COIN: Tageschart bis Donnerstagsschluss
COIN: Tageschart bis Donnerstagsschluss
17Thema

Was aus CareDx, Okta und Moderna wurde

Drei Aktien aus der letzten Ausgabe zeigen, warum der gewählte Zeitraum zählt. CareDx verlor am Donnerstag 11,10 Prozent und Okta 9,92 Prozent. Moderna gab an diesem Tag ebenfalls nach, lag seit dem Schluss am 30. Oktober aber noch 8,90 Prozent im Plus. Keine der drei Aktien hielt sich am Donnerstag im Plus. Bei Moderna bleibt der Vorsprung über mehrere Tage der Grund, den Chart weiterzuverfolgen.

  • Donnerstag
    -11,10 %
    Seit 30.10.
    -12,68 %
    Schluss in USD
    76,33
  • Donnerstag
    -9,92 %
    Seit 30.10.
    -17,35 %
    Schluss in USD
    172,10
  • Donnerstag
    -6,55 %
    Seit 30.10.
    +8,90 %
    Schluss in USD
    241,46
MRNA: Tageschart bis Donnerstagsschluss
MRNA: Tageschart bis Donnerstagsschluss
18Kandidaten

Was ich nach so einem Tag weiterverfolge

APP bleibt wegen des gehaltenen Kurssprungs auf meiner Studienliste. Ich will sehen, ob die Aktie oberhalb des Donnerstagstiefs bei 338,88 Dollar eine engere Spanne bildet. AMD und Nvidia sind Vergleichscharts für die Gruppe, vorerst keine Long Setups: Beide schlossen unter ihrem gleitenden Durchschnitt über 200 Handelstage. Lumentum lasse ich als eigenständiges Setup ebenfalls außen vor. Der Aktientausch verbindet den Kurs mit Marvell und macht den Chart schwerer isoliert zu beurteilen.

19Ausblick

Nächste Woche: US Inflation und Cisco

Am Dienstag, 10. November, erscheinen die US Verbraucherpreise für Oktober. Cisco meldet laut eigener Ankündigung am Donnerstag, 12. November, nach US Börsenschluss. Am Freitag folgen die US Erzeugerpreise. Für den Vergleich am Montag zählen zuerst die Kurse: Kommt SMH gegenüber QQQ zurück? Und kann APP den Berichtssprung halten, auch wenn der Rest des Marktes wieder steigt? Das sind zwei getrennte Fragen, die sich in den Charts überprüfen lassen.