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Microns Rekordquartal. Was steckt schon im Kurs?

Micron meldet 54,2 Milliarden Dollar Quartalsumsatz und stellt noch mehr in Aussicht. Die Aktie liegt trotzdem unter ihrem Sommerhoch. Die Renditen bleiben hoch, während der US Arbeitsmarkt kaum wächst. Bei den Bitcoin ETFs kommen nach einem Abflusstag wieder Käufer hinzu. Wir schauen auf die Unternehmensberichte, verfolgen die Aktien aus der letzten Ausgabe weiter und ordnen die Termine der kommenden Woche ein.

#01602.10.202615 Min. Lesezeit
Microns Rekordquartal. Was steckt schon im Kurs?
Das Wichtigste
  1. 01Micron erzielt im vierten Geschäftsquartal 54,229 Milliarden Dollar Umsatz. Für das nächste Quartal erwartet das Unternehmen 61,5 Milliarden Dollar, mit einer Spanne von 1,5 Milliarden nach oben und unten.
  2. 02Von Freitag bis Donnerstag verlieren SPY 1,0 Prozent, QQQ 0,3 Prozent und IWM 1,0 Prozent. Die ETFs bilden die großen US Aktienindizes ab.
  3. 03Die zehnjährige US Staatsanleihe rentiert am Donnerstag mit 5,24 Prozent, die dreißigjährige mit 5,61 Prozent. Beide liegen unter Mittwoch, aber über dem vorherigen Freitag.
  4. 04Deutschlands vorläufige Inflationsrate steigt im September auf 3,3 Prozent. Energie ist 14,9 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, die Kernrate bleibt bei 2,4 Prozent.
  5. 05CRWD, OKTA, PANW und TWLO steigen von Freitag bis Donnerstag weiter. MRNA verliert in diesem Zeitraum fünf Prozent, liegt aber noch über der 10 Tage Linie.
  6. 06Der US Arbeitsmarkt wächst im September nur um 29.000 Stellen. Juli und August werden zusammen um 60.000 Stellen nach unten korrigiert.
01Kurzfassung

Micron liefert. Jetzt kommt es auf die Käufer an.

In der letzten Ausgabe stand Micron noch vor den Zahlen. Jetzt kennen wir den Bericht: 54,2 Milliarden Dollar Umsatz in einem Quartal, nach 11,3 Milliarden ein Jahr zuvor. Wer auf eine schwache Nachfrage nach Speicherchips gewartet hat, findet sie in diesem Ergebnis nicht.

Trotzdem würde ich daraus nicht ableiten, dass die Aktie steigen muss. Micron ist in den vergangenen Monaten schon stark gestiegen. Anleger bewerten nicht nur, was verdient wurde, sondern auch, was sie künftig erwarten und welchen Preis sie dafür zahlen. Genau deshalb gehören Bericht und Chart nebeneinander.

Diese Woche kommt noch eine zweite Frage dazu: Was passiert mit hoch bewerteten Aktien, wenn sichere Staatsanleihen wieder mehr Rendite bieten? Und wer kann höhere Energiepreise an seine Kunden weitergeben, ohne Geschäft zu verlieren?

02Thema

Fünf Zahlen, die diese Woche wichtig sind

Der Rekordumsatz bei Micron ist nur ein Teil der Woche. Unternehmen, Verbraucher und Anleger bekommen gleichzeitig höhere Einkaufspreise und höhere Finanzierungskosten zu spüren.

  • Micron Quartalsumsatz
    Wert
    54,229 Mrd. USD
    Bedeutung
    Nach 11,315 Mrd. USD im Vorjahresquartal
  • US Rendite, zehn Jahre
    Wert
    5,24%
    Bedeutung
    Donnerstag. Am Freitag davor 5,17%
  • Deutschland, Energiepreise
    Wert
    +14,9%
    Bedeutung
    September gegenüber dem Vorjahr, vorläufig
  • US Industrie, Einkaufspreise
    Wert
    77,9
    Bedeutung
    ISM Teilindex. Im August 71,1
  • Neue US Stellen
    Wert
    29.000
    Bedeutung
    September. Frühere Monate zusammen um 60.000 nach unten korrigiert
03Markt

Technologie hält sich besser als kleinere Aktien

Von Freitag bis Donnerstag liegen alle vier großen Index ETFs im Minus. QQQ verliert 0,3 Prozent, SPY und IWM jeweils rund ein Prozent. Das ist relative Stärke der großen Technologiewerte, kein breiter Aufschwung.

QQQ liegt über seinen 10 und 50 Tage Durchschnitten. IWM liegt unter beiden und nur knapp über dem SMA 200. Werden beim nächsten Anstieg auch kleinere Unternehmen gekauft?

Tabellen und Charts vergleichen vollständige Tageskerzen bis Donnerstag, 1. Oktober. Der laufende Freitag ist darin nicht enthalten. Der heutige Arbeitsmarktbericht wird separat eingeordnet.

  • Abbildung
    S&P 500
    Seit Freitag
    -1,0%
    Schluss Donnerstag
    763,99 USD
  • Abbildung
    Nasdaq 100
    Seit Freitag
    -0,3%
    Schluss Donnerstag
    742,03 USD
  • Abbildung
    Dow Jones
    Seit Freitag
    -1,7%
    Schluss Donnerstag
    508,62 USD
  • Abbildung
    Russell 2000
    Seit Freitag
    -1,0%
    Schluss Donnerstag
    279,02 USD
04Charts

QQQ bleibt nahe am Hoch

QQQ schließt am Donnerstag bei 742,03 Dollar. Der ETF liegt über seinen gleitenden Durchschnitten, also den durchschnittlichen Schlusskursen eines bestimmten Zeitraums. Die letzten Tage bringen aber keinen dauerhaften Abstand vom bisherigen Hoch.

Für die kommende Woche interessiert mich, ob die jüngsten Tiefs halten und ein neuer Anstieg auch außerhalb der großen Technologiewerte stattfindet. Ein höherer Index allein beantwortet diese Frage nicht. Die rote Linie im Chart ist der SMA 200, der Durchschnitt der vergangenen 200 Handelstage.

QQQ: vollständige Tageskerzen bis 1. Oktober. Rote Linie: SMA 200.
QQQ: vollständige Tageskerzen bis 1. Oktober. Rote Linie: SMA 200.
05Thema

54 Milliarden Dollar Umsatz in drei Monaten

Micron meldet für das vierte Geschäftsquartal 54,229 Milliarden Dollar Umsatz. Im dritten Quartal waren es 41,456 Milliarden, im Vorjahresquartal 11,315 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie beträgt 33,42 Dollar, die bereinigte Bruttomarge 87 Prozent. Die Bruttomarge beschreibt, wie viel vom Umsatz nach den direkten Herstellungskosten übrig bleibt.

Noch wichtiger für die Bewertung ist der Ausblick. Für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres erwartet Micron 61,5 Milliarden Dollar Umsatz, mit einer Spanne von 1,5 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei 38,15 Dollar liegen, mit einer Spanne von einem Dollar. Das ist eine Prognose, kein bereits verdientes Geld.

Die Nachfrage schafft auch neue Kapazität. Micron hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 27,37 Milliarden Dollar investiert. Für Anleger bleibt damit die Frage: Wie lange halten Nachfrage und Preise, wenn Hersteller ihre Produktion erweitern? Ein starkes Quartal beantwortet nicht automatisch, wie ein späteres Jahr aussieht.

  • Umsatz im Quartal
    Wert
    54,229 Mrd. USD
  • Umsatz im Vorjahresquartal
    Wert
    11,315 Mrd. USD
  • Bereinigter Gewinn je Aktie
    Wert
    33,42 USD
  • Bereinigte Bruttomarge
    Wert
    87%
06Charts

Micron findet nach den Zahlen Käufer

Micron eröffnet den Donnerstag rund ein Prozent unter dem vorherigen Schluss. Nach einem Tief bei 1.022,90 Dollar steigt die Aktie bis zum Schluss auf 1.097,39 Dollar. Das sind drei Prozent Tagesplus und ein Schluss nahe am Tageshoch. Das Volumen liegt rund 46 Prozent über dem Durchschnitt der vorherigen 50 Tage.

Käufer haben den ersten Rücksetzer nach dem Bericht aufgefangen. Die Zone um 1.105,50 Dollar aus Ausgabe 015 ist mit dem Schluss trotzdem noch nicht überwunden. Ein bestätigter Ausbruch ist das noch nicht.

Für die nächste Woche schaue ich darauf, ob die Aktie den Anstieg hält und die Zone darüber überwindet. Micron bleibt eine Ereignisstudie. Ein Rekordbericht allein macht den Einstieg nicht günstig.

MU: vollständige Tageskerzen bis 1. Oktober. Rote Linie: SMA 200.
MU: vollständige Tageskerzen bis 1. Oktober. Rote Linie: SMA 200.
07Ereignisse

NIKE verkauft weniger, Carnival hält die Nachfrage

NIKE meldet am Donnerstagabend 11,2 Milliarden Dollar Umsatz, vier Prozent weniger als im Vorjahr. Der direkte Verkauf an Kunden sinkt um acht Prozent. Die Bruttomarge verbessert sich trotzdem auf 42,8 Prozent. Der Gewinn je Aktie beträgt 0,48 Dollar. Für das Geschäftsjahr erwartet NIKE einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich. Das ist zunächst ein Problem dieses Unternehmens, kein Beweis für einen flächendeckenden Konsumeinbruch.

Carnival meldet rund zwei Milliarden Dollar bereinigten Quartalsgewinn und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,43 Dollar. Treibstoff und Wechselkurse belasten das Ergebnis gegenüber der eigenen Juni Prognose zusammen um 131 Millionen Dollar. Gleichzeitig liegen die Kundeneinlagen rund sieben Prozent höher als im Vorjahr, die Buchungen für 2027 auf Rekordniveau. Höhere Kosten bedeuten hier also nicht automatisch fehlende Nachfrage.

Bei Conagra sinkt der organische Umsatz um 1,1 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie steigt trotzdem um 5,1 Prozent auf 0,41 Dollar. Das Unternehmen bestätigt seinen Jahresausblick. Für die nächsten Lebensmittelberichte ist damit interessant, ob Unternehmen ihre Margen verteidigen können, obwohl sie weniger verkaufen.

NVIDIA genehmigt am Montag zusätzlich Aktienrückkäufe von 150 Milliarden Dollar. Eine Genehmigung ist kein Nachweis, dass dieses Geld bereits ausgegeben wurde. Sie schafft die Möglichkeit für spätere Rückkäufe.

WochentreiberEarnings3

Was den Wochenplan verändert

NIKE Quartalsbericht

Ergebnis
Umsatz 11,2 Mrd. USD, minus 4%
Einordnung
Direktverkauf minus 8%, höhere Bruttomarge, schwacher Jahresausblick

Carnival Quartalsbericht

Ergebnis
Bereinigter Gewinn je Aktie 1,43 USD
Einordnung
Nachfrage bleibt hoch, Treibstoff und Währungen belasten

Conagra Quartalsbericht

Ergebnis
Organischer Umsatz minus 1,1%
Einordnung
Bereinigter Gewinn steigt, Jahresausblick bestätigt

NVIDIA Aktienrückkauf

Ergebnis
150 Mrd. USD zusätzliche Rückkaufgenehmigung
Einordnung
Erlaubter Betrag, nicht ausgeführter Rückkauf
08Ereignisse

Wenige neue Stellen, höhere Einkaufspreise

Der heutige US Arbeitsmarktbericht meldet für September 29.000 zusätzliche Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Die Arbeitslosenquote bleibt bei 4,2 Prozent. Juli und August werden zusammen um 60.000 Stellen nach unten korrigiert. Die durchschnittlichen Stundenlöhne steigen um drei Prozent zum Vorjahr.

Daneben steht der ISM Industrieindex: 54,5 nach 54,6 im August. Neue Aufträge steigen auf 55,3, der Einkaufspreisindex von 71,1 auf 77,9. Das sind Indexpunkte, keine Inflationsrate. Beim Preisindex bedeutet ein Wert über 50, dass mehr Betriebe steigende als fallende Einkaufspreise melden.

Für die Fed ist diese Kombination unbequem. Wenig Beschäftigungswachstum spricht für eine vorsichtigere Wirtschaft. Höhere Einkaufspreise können die Inflation aber weiter antreiben. Eine Zinssenkung ist damit nicht automatisch die nächste Antwort. ADP und JOLTS ergänzen das Bild, messen jedoch andere Bereiche und Berichtszeiträume.

WochentreiberMakro1

Was den Wochenplan verändert

US Arbeitsmarkt

Ergebnis
29.000 neue Stellen, Arbeitslosigkeit 4,2%
Einordnung
Juli und August zusammen um 60.000 nach unten korrigiert

ISM Industrieindex

Vorher
54,6 im August
Ergebnis
54,5 im September
Einordnung
Neue Aufträge steigen auf 55,3. Der Einkaufspreisindex steigt auf 77,9.

ADP Beschäftigung

Ergebnis
90.000 zusätzliche private Stellen im September
Einordnung
Private Erhebung, nicht der vollständige US Arbeitsmarktbericht.

JOLTS offene Stellen

Ergebnis
7,1 Millionen offene Stellen im August
Einordnung
Der Berichtsmonat liegt vor den September Beschäftigungsdaten.
09Thema

Energie verteuert sich, die Kernrate bleibt darunter

In Deutschland steigt die vorläufige jährliche Inflationsrate im September von 2,9 auf 3,3 Prozent. Energie ist 14,9 Prozent teurer als im Vorjahr. Ohne Energie und Lebensmittel bleibt die Kernrate bei 2,4 Prozent. Dienstleistungen verteuern sich um 2,7 Prozent, Lebensmittel um 0,4 Prozent. Das ist keine gleichmäßige Preissteigerung in jedem Bereich.

In den USA liegt die PCE Inflationsrate für August bei 3,4 Prozent, die Kernrate bei drei Prozent. Der PCE Index misst die Preise der privaten Konsumausgaben und gehört zu den wichtigsten Inflationsmaßen der Fed. Reale Konsumausgaben steigen gegenüber Juli um 0,6 Prozent, das reale verfügbare Einkommen bleibt unverändert. Die Sparquote liegt bei 4,1 Prozent.

Werden höhere Energiepreise später in Transport, Produktion und Dienstleistungen weitergegeben? Oder sparen Haushalte an anderen Ausgaben? Für Unternehmensgewinne macht es einen großen Unterschied, welche dieser Entwicklungen überwiegt.

10Thema

Die Renditen geben etwas nach, bleiben aber hoch

Am Donnerstag fällt die Rendite der zehnjährigen US Staatsanleihe von 5,29 auf 5,24 Prozent. Die dreißigjährige fällt von 5,64 auf 5,61 Prozent. Gegenüber dem vergangenen Freitag liegen beide weiterhin höher: um sieben beziehungsweise zwölf Basispunkte. Ein Basispunkt entspricht 0,01 Prozentpunkten.

Staatsanleihen bieten damit weiter eine hohe nominale Rendite. Bei Aktien muss erwartetes Gewinnwachstum gegen diesen Zins, mögliche Inflation und das Unternehmensrisiko bestehen.

Steigt die Rendite einer bestehenden Anleihe, fällt ihr Kurs. Lange Laufzeiten reagieren meist stärker. Neue Schulden werden für Staaten und Unternehmen teurer. Der heutige Arbeitsmarktbericht liegt nach diesen Donnerstagwerten. Seine Wirkung lässt sich daraus noch nicht ablesen.

Zehn und dreißigjährige US Renditen
Zehn und dreißigjährige US Renditen
11Thema

Höhere Zinsen ziehen nicht sofort Geld aus jeder Ecke

Die EZB hat ihren Einlagenzins im September auf 2,5 Prozent erhöht. Die Fed hat ihren Zielbereich auf 3,75 bis vier Prozent angehoben. Das sind Beschlüsse aus den vergangenen Wochen, keine neuen Entscheidungen dieser Woche.

Die Wirkung kommt mit Verzögerung. Im August wächst die breite Geldmenge M3 im Euroraum noch um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unternehmenskredite wachsen um 4,2 Prozent, Kredite an Haushalte um 3,1 Prozent. Diese Zahlen liegen vor der September Zinserhöhung und können deren Wirkung noch nicht belegen.

Auch die Bankzinsen aus August zeigen Unterschiede. Neue Unternehmenskredite kosten im gewichteten Durchschnitt 3,77 Prozent, neue Wohnungsbaukredite 3,60 Prozent. Der Zins auf neue Konsumentenkredite steigt auf 7,92 Prozent. Geld wird also nicht für jeden gleich teuer. Für einen verschuldeten Haushalt, einen Immobilienkäufer und ein Unternehmen mit viel Bargeld sieht dieselbe Zinsentscheidung sehr unterschiedlich aus.

Wenn Energie die Inflation hoch hält, während Kredite die Nachfrage bremsen, wird die Aufgabe der Zentralbanken schwieriger. Noch höhere Zinsen beseitigen keine beschädigte Leitung und produzieren keinen zusätzlichen Treibstoff. Sie können aber den übrigen Konsum und Investitionen schwächen.

12Gruppen

Viel Rohöl heißt nicht automatisch billiger Diesel

In den USA steigen die Rohölbestände in der Woche bis zum 25. September um 0,9 Millionen Barrel auf 427,3 Millionen. Sie liegen damit etwa zwei Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Bei Benzin und Destillaten sieht es anders aus: Die Bestände liegen sieben beziehungsweise 14 Prozent unter diesem Durchschnitt. Zu den Destillaten gehört Diesel.

Das erklärt, warum es nicht reicht, nur auf den Rohölpreis zu schauen. Raffinerien, Produktbestände, Transportwege und regionale Nachfrage entscheiden mit, was an der Tankstelle ankommt. Die US Raffinerien arbeiten in dieser Woche mit 92,5 Prozent Auslastung.

Beim US Erdgas steigen die Vorräte um 64 Milliarden Kubikfuß auf 3.415 Milliarden. Das liegt 2,4 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt, aber 3,9 Prozent unter dem Vorjahr. Diese US Speicherzahlen sind kein Ersatz für europäische Speicher und Gaspreise. Wie viel Gas Europa durch den Winter braucht, hängt zusätzlich von Wetter, Importen und industrieller Nachfrage ab.

13Gruppen

Genomics und Cybersecurity bleiben vorne

Im Abruf vom Freitag um 16:03 Uhr steht Technologie im WickedDesk Sektorranking vor Gesundheit und Kommunikation. Bei den Themen liegt Genomics vor Cybersecurity. Die beiden tauschen gegenüber Donnerstag ihre Plätze. Künstliche Intelligenz bleibt auf Rang drei, Cloud fällt von vier auf sechs.

Ein Rang allein sagt wenig über die Aktie, die du handeln willst. CRWD und OKTA steigen bis Donnerstag weiter. MRNA verliert dagegen fünf Prozent seit dem vergangenen Freitag. Dieselbe starke Gruppe kann sehr unterschiedliche Charts enthalten.

Die Grafik vergleicht zwei tatsächlich abgerufene Ranglisten, Donnerstag und Freitag. Das Ranking kombiniert mehrere Merkmale. Es ist keine Tabelle der Wochenrenditen.

  • Technologie
    Rang Freitag 16:03
    1
  • Gesundheit & Pharma
    Rang Freitag 16:03
    2
  • Kommunikation
    Rang Freitag 16:03
    3
  • Energie
    Rang Freitag 16:03
    4
Themenränge Donnerstag und Freitag
Themenränge Donnerstag und Freitag
14Kandidaten

Was aus der Liste der letzten Ausgabe wurde

Die neun Aktien aus Ausgabe 015 bleiben auf der Studienliste. TWLO gewinnt bis Donnerstag 9,2 Prozent, OKTA 8,9 Prozent, PANW 5,7 Prozent und CRWD 5,5 Prozent. CDNA steigt ebenfalls. MRNA verliert fünf Prozent, während Micron nach seinem Bericht Käufer findet.

Alle neun liegen am Donnerstag über ihrem SMA 200. Das ist unser erster Filter für diese Long Studien, nicht das fertige Setup. Danach prüfe ich die Handelsspanne, den Abstand zu einem möglichen Einstieg und wo die Idee nicht mehr stimmt. Die Liste hält die bisherigen Beobachtungen fest. Sie ist keine neue Kaufempfehlung.

  • Status
    Über SMA 200
    Freitag
    252,13 USD
    Donnerstag
    266,09 USD
    Seit Freitag
    +5,5%
  • Status
    Über SMA 200
    Freitag
    195,19 USD
    Donnerstag
    212,63 USD
    Seit Freitag
    +8,9%
  • Status
    Über SMA 200
    Freitag
    374,74 USD
    Donnerstag
    396,25 USD
    Seit Freitag
    +5,7%
  • Status
    Über SMA 200
    Freitag
    412,56 USD
    Donnerstag
    408,47 USD
    Seit Freitag
    -1,0%
  • Status
    Über SMA 200
    Freitag
    63,68 USD
    Donnerstag
    66,23 USD
    Seit Freitag
    +4,0%
  • Status
    Über SMA 200
    Freitag
    275,80 USD
    Donnerstag
    301,27 USD
    Seit Freitag
    +9,2%
  • Status
    Rücksetzer, über SMA 10
    Freitag
    198,88 USD
    Donnerstag
    188,94 USD
    Seit Freitag
    -5,0%
  • Status
    Über SMA 200
    Freitag
    261,94 USD
    Donnerstag
    268,08 USD
    Seit Freitag
    +2,3%
  • Status
    Käufer nach dem Bericht
    Freitag
    1.082,28 USD
    Donnerstag
    1.097,39 USD
    Seit Freitag
    +1,4%
15Charts

MRNA braucht erst eine engere Handelsspanne

MRNA schließt am Donnerstag bei 188,94 Dollar. Seit dem vergangenen Freitag verliert die Aktie fünf Prozent. Der Schluss liegt noch knapp über der 10 Tage Linie bei 186,76 Dollar und deutlich über dem SMA 200.

Der Donnerstag reicht von 186,01 bis 201 Dollar. Das ist eine breite Tagesspanne, keine enge Konsolidierung. Zudem schließt die Aktie im unteren Teil dieser Spanne. Das Volumen liegt unter dem Durchschnitt der vorherigen 50 Tage, allein daraus würde ich aber keine Kaufabsicht ableiten.

Ich schaue darauf, ob sich nach dem großen Anstieg eine kleinere Spanne bildet und spätere Rücksetzer gekauft werden. Die Zone um 172,94 Dollar aus Ausgabe 015 hält bislang. Sie ist eine Prüfmarke, kein garantierter Boden.

MRNA: vollständige Tageskerzen bis 1. Oktober. Rote Linie: SMA 200.
MRNA: vollständige Tageskerzen bis 1. Oktober. Rote Linie: SMA 200.
16Charts

CRWD steigt, aber ohne kräftigen Volumenschub

CRWD gewinnt von Freitag bis Donnerstag 5,5 Prozent und schließt bei 266,09 Dollar. SPY verliert im selben Zeitraum ein Prozent. Das ist relative Stärke im direkten Kursvergleich. Die 10 Tage Linie bei 256,42 Dollar und die Zone um 248,51 Dollar aus Ausgabe 015 liegen darunter.

Der Anstieg am Donnerstag kommt mit weniger Volumen als im Durchschnitt der vorherigen 50 Tage. Aus dem grünen Chart lässt sich deshalb kein kräftiger neuer Kaufdruck ableiten. Zusammen mit OKTA und PANW bleibt CRWD trotzdem eine der besseren fortgeführten Studien.

Für einen neuen Einstieg interessieren mich eine begrenzte Handelsspanne und der Punkt, an dem die Idee scheitert. Hinterherzulaufen, nur weil die Aktie besser aussieht als der Index, ist etwas anderes.

CRWD: vollständige Tageskerzen bis 1. Oktober. Rote Linie: SMA 200.
CRWD: vollständige Tageskerzen bis 1. Oktober. Rote Linie: SMA 200.
17Thema

Öl steigt, Gold und Silber bleiben im Wochenminus

Von Freitag bis Donnerstag verliert der Gold ETF GLD 2,7 Prozent, der Silber ETF SLV 5,4 Prozent. Der ETF auf lange US Staatsanleihen TLT gibt zwei Prozent ab, der Dollar ETF UUP gewinnt 1,2 Prozent. Der Ölfutures ETF USO dreht mit einem Tagesplus von drei Prozent auf 1,1 Prozent Plus seit Freitag.

Diese ETFs sind Näherungen für die jeweiligen Märkte, keine exakten Spotpreise. Gerade bei Öl kann ein Fonds wegen seiner Futures anders laufen als ein direkt genannter Ölpreis.

Gold steigt nicht in jeder angespannten Woche. Silber reagiert zusätzlich auf industrielle Nachfrage. Wer Gold, Silber, Bitcoin und Aktien kombiniert, sollte nicht voraussetzen, dass sie sich jederzeit gegenseitig absichern. Ein langfristig interessanter Vermögenswert kann kurzfristig zusammen mit anderen Positionen fallen.

  • Abbildung
    Gold
    Seit Freitag
    -2,7%
  • Abbildung
    Silber
    Seit Freitag
    -5,4%
  • Abbildung
    US Dollar
    Seit Freitag
    +1,2%
  • Abbildung
    Lange US Staatsanleihen
    Seit Freitag
    -2,0%
  • Abbildung
    Ölfutures
    Seit Freitag
    +1,1%
18Thema

Bei den Bitcoin ETFs kommen wieder Käufer hinzu

Nach neun Zuflusstagen mit zusammen rund 3,08 Milliarden Dollar verlieren die US Bitcoin ETFs am Mittwoch netto 148,7 Millionen. Am Donnerstag folgen wieder 102,7 Millionen Dollar Zuflüsse. Für Montag bis Donnerstag bleiben damit 51,2 Millionen Dollar Nettozufluss.

Die Käufer sind nicht einfach verschwunden. Das Tempo ist aber geringer als in der vorherigen Zuflussserie. ETF Geldflüsse messen nur einen Teil der Nachfrage und sagen nicht, welchen Kurs Bitcoin als Nächstes erreicht.

COIN liegt nur rund zwei Prozent über dem SMA 200 und noch unter seiner 10 Tage Linie. Börsenbetreiber und Miner haben eigene Kosten, Schulden und Geschäftsmodelle. Ich würde eine Verbesserung bei Bitcoin deshalb nicht ungeprüft auf jede Krypto Aktie übertragen.

Bitcoin ETF Geldflüsse
Bitcoin ETF Geldflüsse
19Charts

COIN steht unmittelbar am SMA 200

COIN schließt am Donnerstag bei 189,29 Dollar. Der SMA 200 liegt bei 185,75 Dollar. Das ist nur ein kleiner Abstand. Im selben Tagesverlauf handelt die Aktie auch darunter.

Ein Schluss knapp über der Linie erfüllt den ersten Filter, aber noch keine stabile Rückeroberung. Dafür möchte ich mehrere haltende Schlusskurse und eine bessere Entwicklung gegenüber dem Gesamtmarkt sehen. Seit Freitag verliert COIN 3,0 Prozent.

Die Aktie bleibt deshalb eine Beobachtung und gehört noch nicht in dieselbe Kategorie wie die stärkeren Cybersecurity Titel. Schließt sie wieder unter dem SMA 200, fällt sie aus dieser Long Prüfung heraus.

COIN: vollständige Tageskerzen bis 1. Oktober. Rote Linie: SMA 200.
COIN: vollständige Tageskerzen bis 1. Oktober. Rote Linie: SMA 200.
20Zurückgestellt

Nicht jeder interessante Bericht passt auf die Watchliste

COIN bleibt wegen des geringen Abstands zum SMA 200 außerhalb der engeren Liste. Carnival und Conagra sind in dieser Ausgabe Beispiele für Kosten und Nachfrage, keine geprüften Chart Setups. NVIDIAs Rückkaufgenehmigung ersetzt ebenfalls keinen Einstiegspunkt.

Micron bleibt dagegen als Ereignisstudie dabei. Die Bedingungen sind klar: Erst die tatsächliche Kursreaktion nach dem Bericht betrachten, dann prüfen, ob sie hält. Die Umsatzprognose allein ist kein Grund, die Aktie ungeachtet des Charts zu kaufen.

21Ausblick

Die Termine für die kommende Woche

Am Montag folgt der ISM Bericht für die US Dienstleistungen. Nach dem Anstieg der industriellen Einkaufspreise interessieren mich besonders Preise und Beschäftigung. Am Dienstag stellt Marvell auf seinem Investorentag seine Planung vor. Das ist kein Quartalsbericht.

Levi Strauss berichtet am Mittwoch, PepsiCo am Donnerstag. Beide können zeigen, wie sich Preise und Nachfrage bei Verbrauchern entwickeln. Die US Gasbestände folgen ebenfalls am Donnerstag. Die nächsten US Verbraucherpreise kommen erst am 14. Oktober, nicht in der kommenden Woche.

  • Montag, 5. Oktober
    Frage
    Ziehen Preise und Beschäftigung mit?
    Termin
    ISM Dienstleistungen
    Uhrzeit
    16:00 MESZ
  • Dienstag, 6. Oktober
    Frage
    Wie entwickelt sich die Planung für Rechenzentren?
    Termin
    Marvell Investorentag
    Uhrzeit
    Vormittag in New York
  • Mittwoch, 7. Oktober
    Frage
    Wie reagieren Kunden auf Preise und Sortiment?
    Termin
    Levi Strauss Quartalsbericht
    Uhrzeit
    Telefonkonferenz 23:00 MESZ
  • Donnerstag, 8. Oktober
    Frage
    Tragen höhere Preise oder größere Absatzmengen?
    Termin
    PepsiCo Quartalsbericht
    Uhrzeit
    Ergebnis etwa 12:00, Fragerunde 14:15 MESZ
  • Donnerstag, 8. Oktober
    Frage
    Wie weit reicht der Vorrat vor dem Winter?
    Termin
    US Gasbestände
    Uhrzeit
    16:30 MESZ
22Ausblick

Was ich in der nächsten Woche weiterverfolge

Bei Micron schaue ich zuerst, ob die Käufer vom Donnerstag dabei bleiben und die Zone um 1.105,50 Dollar überwunden wird. CRWD, OKTA und TWLO zeigen bislang die bessere Kursentwicklung. Bei MRNA muss aus der breiten Spanne erst eine engere Konsolidierung werden.

Der Arbeitsmarktbericht macht die nächste Woche nicht einfacher. Die Beschäftigung wächst kaum, während die Industrie steigende Einkaufspreise meldet. Der ISM Dienstleistungsbericht kann zeigen, ob diese Kombination auch außerhalb der Fabriken ankommt. PepsiCo und Levi Strauss liefern neue Hinweise auf den Konsum.

Bei Anleihen interessiert mich, ob die Renditen weiter nachgeben und Aktien darauf mit breiteren Käufen reagieren. Bei Bitcoin schaue ich, ob nach Donnerstag weitere ETF Zuflüsse folgen. COIN muss seinen kleinen Abstand zum SMA 200 erst ausbauen. Markt und Nachrichten einordnen, Gruppen vergleichen, dann den einzelnen Chart prüfen. Eine spannende Geschichte ist noch kein fertiger Trade.